Cham: «Lorze-Girls» verteidigen ihren Titel

Gold für den Reitverein Lorze in der Teamwertung. In der Einzelwertung sicherte sich Jasmin Gwerder den Titel im nationalen Championat.

01.10.2019

Von Nadine Wyss

Am vergangenen Wochenende wurde im Reitstall Baregg in Cham die Schweizer Meisterschaft im Vierkampf ausgetragen. Während am Samstag die beiden Sportarten Schwimmen und Laufen absolviert wurden, fanden am Sonntag auf der Anlage von Annemarie Gretener die Mannschaftsdressur und das Springen statt.

Am Samstagnachmittag fiel der Startschuss für das Laufen im nahen Städtlerwald. Es war Luc Kern von den A-Junioren, welcher die drei Kilometer mit einer Zeit von 11:46 Minuten bewältigte und die erste Rangliste mit 806 Punkten anführte. Im Schwimmwettkampf, welcher im Schwimmbad Röhrliberg in Cham ausgetragen wurde, hatte Hannah Iten im 50-Meter-Freistil die Nase vorne. Am Sonntagmorgen folgte die Mannschaftsdressur und wiederum war es der 18-jährige Luc Kern vom Team Birkenhof Affoltern, welcher mit dem Wallach Valon das beste Programm ritt. Gute Noten bei den Richtern erhielt auch Jasmin Gwerder mit Solitana LIN. Die Mannschaft besteht aus vier Reitern und vier Pferden, von denen zwei von einem anderen Team zur Verfügung gestellt und mittels Auslosung zugeteilt werden. Wer welches Pferd reiten wird, erfahren die Junioren jeweils an der Mannschaftsführersitzung. Wäh­rend der Zeit auf dem Abreitplatz gilt es, sich so schnell wie möglich auf das neue Pferd einzustellen. Je besser dies gelingt, umso besser läuft es auch im Programm. Neben Sitz- und Einwirkung des einzelnen Reiters zählt für die Jury auch das Gesamtbild der Mannschaft, dabei werden unter anderem die Exaktheit der Figuren und die Abstände bewertet.

Für die Richter, bei der Schweizer Meisterschaft sind es deren drei, ist die Notenverteilung keine leichte Aufgabe. Sie müssen während des Dressurprogramms vier Reiter gleichzeitig im Auge behalten und beurteilen. Dem Umstand, dass zwei Reiter des Teams auf zugelosten Pferden reiten, wird Rechnung getragen: «Wir benoten grosszügiger zwischen vier und acht, auch eine neun liegt drin und wurde heute auch einige Male vergeben», erklärt Hans Bienz und bedauerte, dass keine Zeit bleibt, den Noten einen Text anzufügen. «Dies liegt zeitlich einfach nicht drin.» Insgesamt waren die Richter voll des Lobes für den Vierkampf, die Reiter, deren Pferde und vor allem auch für die Pferdebesitzer.

Springen brachte Entscheidung

Als letzte Disziplin wurde am Sonntagnachmittag das Springen ausgetragen. Während die Junioren A einen Parcours mit einer Hindernishöhe von etwa 90 Zentimeter zu absolvieren haben, sind es bei den Junioren B 80 und bei den Einsteigern etwa 60. Die beste Wertung mit 1556 Punkten erreichte bei den Junioren A die 18-jährige Studentin Jasmin Gwerder auf RB Kairoon, die sich damit auch den Gesamtsieg im Einzelklassement sicherte und überwältigt war: «Trotz der guten Zwischenresultate war ich bis zum Schluss nicht sicher, ob es reichen würde.» Die Freude war auch im Team gross und geht im Vierkampf über die eigene Mannschaft hinaus. Jasmin Gwerder fiel an diesem Tag auf: Wo sie konnte, war sie zur Stelle und half mit.

Bei den Junioren A im Mannschaftsklassement nach allen Disziplinen wurde das Team Lorze seiner Favoritenrolle gerecht und verteidigte erfolgreich den letztjährigen Titel. Das Team mit Jasmin Gwerder, Hannah Iten, Malena Raud und Joëlle Waser siegte mit einer Punktzahl von 16008 gefolgt vom Team Egnach Bodensee und Birkenhof Affoltern. Bei den Aktiven war es Laura Städler, die die Einzelrangliste nach allen Disziplinen anführte. Als Mannschaft siegte das Team Egnach Aktive vor dem Team Lorze Aktive.

Förderungswürdig

Annemarie Gretener, Nic Bachmann und ihre vielen Helfer haben eine tolle Turnieratmos­phäre geschaffen. Ernst Voegeli bedankte sich bei ihr als auch bei den Pferden für den tollen Einsatz. Ebenso verdankt wurde Erich Hediger, welcher das letzte Mal als Richter im Einsatz war und nun in den Ruhestand tritt. Der Vierkampf als Mannschaftssport fördert den Teamgeist und gilt als Lebensschule. Im Kanton Zug ist diese Sportart sehr beliebt: Dem Reitverein Lorze und dem VK Zug gesellt sich nun der Reitverein Letzi als ein drittes Team dazu. Bei den Richtern war man sich einig: Diese Sportart ist förderungswürdig, auch in den anderen Regionen der Schweiz.

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