Ein Klassiker ist zurück

OKV-Gymkhana in Grüsch GR: Nachdem der OKV die Disziplin Gymkhana wieder aufgenommen hat, organisierte die Pferdezuchtgenossenschaft Graubünden das erste Turnier.

Corinne Hanselmann

Im Parcours waren unterschiedliche Fähigkeiten gefragt: Ein Rückwärts-L, eine Brücke, ein Torschuss und ein kleiner Sprung gehörten unter anderem dazu. Insgesamt waren rund 65 Teilnehmer am Start. Die Pferdezuchtgenossenschaft Graubünden lud bereits zum 13. Mal zu einem Gymkhana ein. Erstmals fanden jedoch neben den offenen Kategorien auch OKV‑Prüfungen sowie Prüfungen für Freiberger und Haflinger statt. OK-Präsidentin Marlis Jordi erklärt: «Für uns stand beim Gymkhana immer im Vordergrund, dass wir etwas für Kinder und Erwachsene in der Region anbieten können. Die Idee, zusätzlich FM/HF- und OKV-Qualifikationen zu organisieren, entstand im Rahmen einer Versammlung der PZG. Dort kam der Vorschlag auf, dies auszuprobieren – auch um zu sehen, wie gross das Interesse ist und ob der zusätzliche Aufwand tragbar bleibt.» 

Bernet und Zemanska in den OKV-Prüfungen

Bei den Erwachsenen ging der OKV-Sieg an Cornelia Bernet mit Mareo. In der offenen Kategorie ritt Karin Dettmann mit Nevada an die Spitze. Bei den Jugendlichen gewannen Lea Zemanska mit Ecuador (OKV) und Sofie Zemanska mit All is perfect (offen). In der Führzügelkategorie gelang Juna Dönni ein Doppelsieg. Die Prüfung HF/FM II entschied Petra Vinzens mit Piro für sich.


«Gymkhana ist mehr als Spiel und Spass»

 

Die 32-jährige Janina Ruppanner (Bild) aus Diepoldsau ist in der OKV-Ressortkommission Variis für die Disziplin Gymkhana zuständig.  

Wie sind Sie zu dieser Funktion gekommen?

2021 absolvierte ich die Ausbildung zur damaligen SVPS-Gymkhanaparcoursbauerin und -richterin. Da ich mich in der Bodenarbeit besonders zu Hause fühle, war es mir wichtig, mein Wissen zu vertiefen. Im Sommer 2025 schloss ich meine Ausbildung zur Horse-Agility-Trainerin nach SinTakt ab. Diese Kombination aus Fachwissen, Praxis und Leidenschaft war vermutlich der Grund, weshalb ich für die Funktion vorgeschlagen wurde. 

Weshalb setzten Sie sich dafür ein, dass der OKV die Disziplin wieder aufnimmt?

Gymkhana wurde früher oft als reine Spiel-und-Spass-Disziplin wahrgenommen. Ein Ruf, der teilweise bis heute anhält. Mir ist es ein Anliegen, Gymkhana wieder klar im Pferdesport zu verankern. Auch Gymkhanapferde können und sollen fein geritten werden. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, den sportlichen und fairen Anspruch in diese Prüfungen zurückzubringen und weiterzuentwickeln. Dass die Disziplin unter dem Dach des OKV aufgenommen wurde, verleiht ihr zusätzliche Bedeutung.

 Sie arbeiteten am neuen Reglement mit. Was war Ihnen wichtig? 

Auf Basis der bisherigen Inhalte war es mir wichtig, eine breite und faire Grundlage zu schaffen, die möglichst vielen Reitern ermöglicht, ihr Können zu zeigen. Ein zentraler Punkt war für mich die Stärkung der Eigenverantwortung. Das Reglement schreibt beispielsweise nicht vor, mit welcher Zäumung geritten werden muss. Stattdessen trägt der Teilnehmende die Verantwortung für einen pferdegerechten Umgang. An oberster Stelle steht die Sicherheit.

In diesem Jahr finden drei weitere OKV-Gymkhanas statt. Gibt es auch einen Final?

2026 lassen wir das Ganze bewusst «warmlaufen». Viele Reiter sind noch unsicher und trauen sich den Schritt in eine offizielle Prüfung nicht zu. Umso mehr freut es mich, dass sich bereits vier Veranstalter gemeldet haben, welche OKV-Prüfungen anbieten. Für dieses Jahr bleibt es bei einer Jahreswertung. In meiner Wunschzukunft sehe ich eine Trophy mit einem Final als Höhepunkt. Dafür müssen sich die Prüfungen aber zuerst etablieren. 

Im OKV-Gymkhana der Stufe III holte Cornelia Bernet mit Freiberger Mareo den Sieg.

 

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