21.08.2011 - Vierkampflager Avenches: Trainierend Spass haben - oder umgekehrt?
Am Montag, 8. August, machten sich 35 junge Vierkämpferinnen und Vierkämpfer mit ihren Pferden, 5 Leiter und das Küchenteam in aller Früh auf den Weg nach Avenches, um sich 5 Tage intensivem Training in den Disziplinen Dressur, Springen, Laufen und Schwimmen zu widmen.
„Den Schwerpunkt haben wir in dieser Woche auf das Springen gelegt.“ erklärt Lagerchefin Annemarie Gretener vom Reitverein Lorze. „ An jedem Turnier absolvieren die Vierkämpfer einen Springparcours, welcher durch jeweils zwei Richter im Stil bewertet wird. Den drei Bewertungskriterien Führung, Sitz und Einwirkung haben wir in den verschiedenen Trainings besondere Beachtung geschenkt. Aber auch der Teamgeist wurde in dieser Woche stark gefördert und dank den vielfältigen Möglichkeiten auf der Anlage der Institut Equestre National Avenches (IENA) konnte mit Geländesprüngen entsprechende Abwechslung geboten werden. Abgerundet wurde das Programm durch den Fokus auf die Leitgedanken des Vierkampf Dressurprogramms am Ende der Woche.“
Kaum waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Montagvormittag in Avenches angekommen, wurden auch gleich die Pferde gesattelt und hoch zu Ross die wunderschöne Anlage des IENA besichtigt. Erste frische Runden auf der Galoppbahn sowie der Wasserdurchritt durften dabei natürlich nicht fehlen, was bereits das eine oder andere Strahlen auf die Gesichter der 12- bis 20jährigen zauberte.
Einhändig reiten bei Niklaus Rutschi
Nach dem Einzug in die Unterkunft in Avenches und einem köstlichen Mittagessen wartete ein erstes Highlight auf die Vierkämpfer: Der Elite-Springreiter Niklaus Rutschi war angereist, um mit ihnen an der Basis der Springreiterei zu arbeiten. Aufgewärmt und gelöst durch die vorangehende Dressurarbeit bei Nic Bachmann, eidgenössisch diplomierten Bereiterin, hiess es bei Niklaus Rutschi anschliessend Stangen galoppieren, Volten und Übergänge reiten, Galoppsprünge zählen und auch mal eine ganze Übung ohne Bügel oder einhändig zu reiten. So konnte bereits am ersten Tag viel gelernt und profitiert werden. Müde, aber zufrieden liessen die Jugendlichen den Abend in der Unterkunft ausklingen.
Der zweite Tag sollte etwas ruhiger sein, und den Vierkämpferinnen und Vierkämpfern die Möglichkeit bieten, sich mehr auf die Themen Teamgeist und Zusammenhalt zu konzentrieren. Das nicht allzu heisse Wetter lud zu einem gemütlichen Ausritt zum Murtensee ein, bei dem die Pferde durchs kühle Nass waten durften. Aber man musste schon aufpassen, dass sich die Pferde vor lauter Übermut nicht ins Wasser legten! Am Nachmittag kamen auch die Vierkämpfer im Schwimmbad von Murten zu einer verdienten Abkühlung. Schwimmtrainer Beat Besmer achtete darauf, dass Schwimmstil, Ausdauer, Kraft und Technik verbessert wurden. In zusammengewürfelten Teams hiess es am Abend im OL nicht nur schnell, sondern auch clever zu sein: Nur wer die ideale Route wählte, gute Kondition zeigte und die Fragen der verschiedenen Teams richtig beantwortete, konnte als Siegerteam aus diesem Wettkampf hervorgehen. Ganz nebenbei konnte noch das malerische Städtchen Avenches besichtigt werden, welches mit einer bezaubernden Architektur und vielen historischen Bauten aus der Römerzeit aufwartet.
Spass auch für Wasserscheue
Am Mittwochvormittag profitierten die Jugendlichen nochmals vom spannenden und lehrreichen Unterricht bei Nic Bachmann und Niklaus Rutschi im Springreiten sowie vom Schwimmtraining bei Beat Besmer. Am Nachmittag desselben Tages stand das freudig erwartete „CC-Training“ bei Peter Hasenböhler auf dem Programm. Mit viel Geduld und Ruhe übte er mit allen Teilnehmern über Baumstämme zu treten, durch Gräben zu gehen, ins Wasser zu springen und über verschiedene Absätze zu klettern. Selbst das wasserscheueste Pferd lernte, dass durchs Wasser galoppieren Spass machen kann. Wer zuvor noch grossen Respekt davor hatte über einen Graben zu springen, machte dies nun mit grösster Selbstverständlichkeit.
Am Abend organisierte Andrea Lengen mit ihrem Küchenteam, welche die Teilnehmer die ganze Woche mit leckeren Köstlichkeiten verwöhnte, eine gemütliches „Brötle“ am Murtensee. Frisch zubereitete Salate, Würste und Fleisch vom Grill, sowie das zur Tradition gewordene „Schlangenbrot“ standen auf dem Speiseplan. Die kühlere Luft am Abend hielt die Jugendlichen nicht davon ab, eine Runde im Murtensee zu schwimmen, schliesslich konnte man sich danach genüsslich am Feuer wieder aufwärmen.
Am Donnerstagvormittag fand erneut ein Springtraining statt: Dieses Mal war Karin Rutschi (NPZ, Bern) vor Ort, um mit den Jugendlichen einen Parcours zu absolvieren und anschliessend ihre Stilwertung persönlich abzugeben. Karin Rutschi verstand es, den Jugendlichen sowohl aufzuzeigen, was verbessert werden kann, als auch hervorzuheben, was bereits gut gelöst wurde. Das eine oder andere Aha-Erlebnis motivierte die Jugendlichen weiterhin ihr Bestes zu geben. Am Nachmittag festigte Karin Rutschi das Erlernte aus dem Unterricht bei Peter Hasenböhler auf dem CC-Gelände. Sie freute sich besonders, dass durch den sauberen Aufbau am Vortag, kein einziges Pferd vor den Baumstämmen, dem Graben oder dem Wasser scheute! „Mit den Jugendlichen zu arbeiten, hat mir grossen Spass bereitet!“ meinte sie am Ende eines intensiven Tages. Besonders beeindruckte sie, wie motiviert und engagiert die Jugendlichen im Unterricht mitgemacht hatten.
Nun brach bereits der Schlusstag an, und lud ein letztes Mal zum Galoppieren auf der Bahn ein. Am Nachmittag ritten die Vierkämpferinnen und Vierkämpfer dann die Vierkampf-Dressurquadrille in ausgelosten Teams vor und warteten gespannt auf die Beurteilung durch Nic Bachmann. So klang eine sportliche Woche aus, in der vieles gelernt und gefestigt wurde. Neue Freundschaften wurden geschlossen und jeder hatte sich und sein Pferd etwas besser kennen gelernt. „Ich bin sehr stolz darauf, was ihr diese Woche geleistet habt. Versucht weiterhin am Positiven festzuhalten und euch nicht über die Dinge zu ärgern, die nicht sofort gelingen!“ sagte Nic Bachmann bei der Verabschiedung und wünschte allen eine gute Heimreise.
Annemarie Gretener meinte rückblickend auf die Lagerwoche mit den 35 Jugendlichen: „Es war ein genauso anspruchsvolles wie erfolgreiches schweizerisches Vierkampflager. Mit den motivierten jungen Vierkämpfern zu arbeiten, hat mir grossen Spass bereitet. Auch möchte ich mich beim Instruktoren- und Küchenteam bedanken, dank deren tollen Mitarbeit es eine Freude war, ein solches Lager durchzuführen.“
Nächste Vierkampfaktivitäten: Junioren Vierkampf Qualifikationsturnier, Reitverein Lorze Reitstall Baregg Cham, 10.+11.09.11 www.reitverein-lorze.ch Junioren Vierkampf Schweizermeisterschaft, Reitverein Birkenhof Ottenbach, 24.+25.09.11 www.rv-birkenhof.ch |



