8.08.2011 - Sulgen: Finalsieg zum Jubiläum für die Hinterthurgauer
Mit einem Sieg des Kavallerievereins Hinterthurgau im OKV Cup-Final wurde deren Vereinsgeschichte im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums perfekt ergänzt. Das einzige Team, das mit einem Blankokonto den Final beendete war der Vierer der Hinterthurgauer mit Cornel und Michael Büsser sowie Philipp Seiler und Stefan Kaufmann. Die Finalprüfung liess aber bis zum Schluss nichts an Spannung missen, obwohl es wegen der diversen Zeitfehler keine Punktegleichheiten gab und ergo auch kein Stechen um das weitere Podest nötig war. Auf den Rängen Zwei und Drei wurden die Reiter vom Tösstaler Verein und die Vier vom Kavallerieverein Bülach mit Medaillen dekoriert. Auf dem idyllischen Reitplatz 'im Grund' hatte der Reitverein Sulgen unter OK-Präsident Roger Hess den Vereinen des Verbands Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine einen würdigen Empfang bereitet. Die just an diesem Tag perfekten äusseren Bedingungen zogen auch extrem viele Zuschauer, sei es vom Fanclub oder aus der Region auf den Festplatz.

Finalsieg für den KV Hinterthurgau vor dem Reitverein Tösstal (links) und dem KV Bülach. (Foto: Gabriela von Rotz)
von Gabriela von Rotz
Siebzehn Vereinsequipen - jeweils vier Qualifikanten aus den Rayons sowie der Titelverteidiger vom RV Muri-Bremgarten trafen sich in Sulgen zum grossen Showdown. Die Bedingungen in Sulgen waren perfekt und der Parcours klassierte stark, wohl auch wegen der zusätzlichen Nervenbelastung, für einmal nicht nur für sich selber zu reiten, und dies auch noch an einem prestigeträchtigen Final. Nach den ersten paar Reitern musste die Zeitlimite zwar noch etwas nach oben korrigiert werden, da es am Anfang bereits beträchtliche Zeitfehler zu verzeichnen gab. Bei vielen Reitern blieb die Zeit aber doch ein Problem, weil einige auch extra vorsichtig und etwas zurückhaltend ritten. Schon nach den Runden für die jeweils zwei Reiter auf Stufe 1 mit 110 cm Finalhöhe zeigten sich grosse Unterschiede auf dem Fehlerkonto. Einzig das Team Hinterthurgau konnte zwei Nuller aufweisen (durch Michael Büsser und Philipp Seiler). Ihnen auf den Fersen der KV Oberrheintal mit einem halben Strafpunkt, und den beiden 'Vierern' vom Reitclub Flurhof sowie dem Reitverein Stammheimertal, was natürlich noch nichts heissen sollte, da ja noch immer ein Streichresultat zur Verfügung stand. Von diesem Umstand konnte allerdings das Stammer Team nicht profitieren, da sie reglementsbedingt nur mit drei Reitern hatten antreten dürfen. Nichtsdestotrotz hiess es auch nach dem vollständigen ersten Umgang (inklusive Stufe 2 auf 120 cm): Hinterthurgau vor Stammheim, die mit zwei fehlerfreien Ritten durch Sonja Thalmann und Karl Leysinger nur mit dem einen Stangenfehler von Ursi Fehr zu buche standen.
Spannung bis zum Schluss
Vor dem zweiten Umgang der besten acht Equipen hatte sich der RC Flurhof 'verabschieden' müssen. Die verbleibenden acht Teams die nochmals zu einer Runde antreten durften, bewegten sich in der Punkte-Range bis elf Zähler. In umgekehrter Reihenfolge des Zwischenklassements wurde bei enorm steigender Spannung über deinen verkürzten Parcours nochmals geritten. Hier trumpften die Bülacher richtig auf mit Blankoritten der ersten drei Reiter, und sie mussten ihrem Konto von 5,5 Punkten nichts mehr hinzu fügen und hatten damit auch Bronze auf sicher. Schon der dritte Reiter der Hinterthurgauer, die wieder alle mit Null durchkamen, machte den überlegenen Sieg klar. Die Spannung richtete sich nun auf die weiteren Medaillenränge. Etwas Zittern gab es bei den Tösstalern, da sie mit einem Stangenfehler in den zweiten Umgang gestartet waren. Durch die nervenstarken nachfolgenden Reiter Monika Krähenbühl sowie Urs und Annemarie Hächler, konnten sie diesen Makel jedoch eliminieren und blieben ebenfalls blanko im zweiten Umgang. Sie kamen auf 4,75 Punkte als Schlussresultat und somit zur Silbermedaille. Damit wurden die Bülacher auf den Bronzeplatz fixiert. Im Jubiläumsjahr des Vereins sei es natürlich besonders toll, bei einem der wichtigsten Events für den Verein zuoberst auf der Treppe zu stehen, meinten die Sieger, die nächstes Wochenende an der Springkonkurrenz in Aadorf ihr hundertjähriges Bestehen feiern werden. Im Hintergrund als Pferdehalter strahlte auch Vereinspräsident George Zehnder, der nicht nur als Groom sondern vor allem auch als Equipenchef 'seine' Reiter unterstützte. Alle acht Vereine die in den zweiten Umgang gekommen waren, durften sich mit den Pferden zur Siegerehrung aufstellen. Am abschliessenden Apéro mit Musik wurden selbstverständlich auch die restlichen Finalteilnehmer noch geehrt. Leider waren allerdings einige Vereine nicht mehr anwesend und die grosszügigen Erinnerungsplaketten konnten nicht alle abgegeben werden.
... und am Sonntag der Grand Prix
Am Sonntag stand für den Organisator mit dem Grand Prix R/N125 ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm. Vorerst hatten allerdings die noch recht zahlreich erschienenen Reiter der Kategorien R/N110 und R/N115 mit dem stetig schlechter werdenden Wetter zu kämpfen. Die heftigen Regengüsse vermochten den Startern jedoch nicht viel anzuhaben, denn wenigstens zum Abreiten - das ja viel länger dauert - durften sie den idealen Allwetterplatz des nahen Reitsportzentrums Thurfeld in Anspruch nehmen. (Dieser konnte übrigens an allen drei Tagen benutzt werden, ausser für den Cup-Final, wo man auf der Wiese neben dem Springplatz blieb.) Am Nachmittag gab es leider dann viele Abmeldungen. In den beiden Hauptprüfungen der 'normalen' Springen waren jeweils weniger als zwanzig Paare am Start. Der erste Sieg im R/N120 nach Wertung A gehörte einmal mehr Köbi Peter aus Wiesendangen, der sich sehr über seinen Fehler in der nachfolgenden Hauptprüfung ärgerte, denn sein Otto sei fit wie nie, was sich äusserte im schnellsten 'Vierer' und dem vierten Schlussrang.
Sulgen ist immer gut
Nur drei Reiter waren im Grand Prix der Thurgauer Kantonalbank in die zweite Phase gekommen. Der Boden sei zwar trotz Nässe einwandfrei zu reiten gewesen, auch die Sonne war wieder da, aber an den ersten beiden Hindernissen gab es, bis sich die Pferde an das ungewohnte Geläuf gewöhnt hatten, doch etwas mehr Fehler als erwartet. Innerhalb einer Sekunde Differenz bewegten sich die drei sensationell schnellen und fehlerfreien Ritte in der zweiten Phase. Die Uhr stoppte zugunsten der Reiter aus dem 'Rhintel'. Der 28-jährige Ivo Spirig aus Diepoldsau war glücklich über seinen tollen Siegesritt mit der temperamentvollen, aber sehr vorsichtigen Oldenburger Stute Quattro's Xena. In Sulgen sei er immer gut, und er erinnere sich auch gerne an den S-Sieg vom letzten Herbst am Hallenspringen hier bei Stauffer'. Zweiter mit einer halben Sekunde Rückstand wurde Roland Thür (Altstätten) auf seinem aparten Schimmel Witryville, der tags zuvor im Cup für den KV Oberrheintal bereits einen Nuller beigesteuert hatte. Die grosszügigen Sponsoren des RV Sulgen liessen es zu, dass in den beiden Schlussprüfungen zwei Drittel der gestarteten Reiter in den Genuss eines Preisgeldes kamen. OK-Präsident Roger Hess zeigte sich - bis auf das Sonntagswetter - sehr erfreut über den reibungslos verlaufenen Anlass, dem er zum letzten Mal vorgestanden hat. Im Hinblick auf das bevorstehende Jubiläum im Jahr 2013 wird ein verjüngtes neues OK dafür besorgt sein, den hohen Standard dieser traditionellen Springkonkurrenz weiter zu halten.
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