8.08.2011 - Ramsen: Achsbruch spielte Zünglein an der Waage
Die Fahrer des Reitvereins Klettgau beendeten auch die vierte Qualifikationsprüfung für den OKV Fahrcup im Rayon 2 als Siegerequipe. In Ramsen wurde es allerdings noch einmal spannend, wer den dritten Qualifikationsplatz ergattern kann.

Ueli Krebser mit Suleika fuhr den einzigen Doppelnuller in der Qualifikationsprüfung nach Hause (Foto: Claudia Uehlinger)
von Claudia Uehlinger
Nach der Einlaufprüfung, welche von Walter Stilhart einladend und relativ einfach gebaut wurde, verlangte die Qualifikationsprüfung am Nachmittag den Fahrern einiges an Geschick ab und verlangte willige, gut in der Hand gehende Pferde. „Es ist einer der schönsten Plätze zum Fahren. Denn die Tücken der Bodenunebenheiten auf diesem grossen Wiesenplatz können sehr gut in den Parcoursbau integriert werden“ meinte Stilhart. Er war mit den Resultaten zufrieden, obschon nur gerade Ueli Krebser aus der Siegerequipe des Reitvereins Klettgau einen Doppelnuller zu zeigen vermochte. Insgesamt beklatschten die zahlreichen Zuschauer vier weitere Nullfehler-Runden.
Achsbruch entschied über den Sieg
Spannend blieb es während der ganzen Prüfung. Denn hinter den bereits sicher im Final stehenden Klettgauern mit den Fahrern Peter Ritzmann, Ueli Wäckerlin und Ueli Krebser und den mit einem Bein im Final erwarteten Winterthurern Andrea Dietschi, Markus Ritzmann und Ruth Näf, stand noch vieles offen. Bereits in der Einlaufprüfung am Vormittag machten die Gossauer Fahrer auf sich aufmerksam. Elisabeth Künzle gewann diese nämlich vor ihrem Vereinskameraden Konrad Schiess. Der Dritte im Bunde der Gossauer, Werner Knaus, platzierte sich auf dem fünften Schlussrang. Somit hiess die Devise am Nachmittag: voller Angriff auf den dritten Finalplatz! Der Anfang lief den Gossauern nicht schlecht. In der zweiten Runde war Konrad Schiess auf dem besten Weg einen Doppelnuller ins Ziel zu fahren, als nach der letzten scharfen Wendung ein Knall die Zuschauer aufschrecken und den Atem anhalten liess. Ein Bruch der hinteren Achse war der Auslöser. Während vom Publikum die Rufe „ahaltä“ oder eben auch „zuefahre“ zu hören waren. Liess sich Routinier Schiess nicht beirren und fuhr auf drei Rädern und dem Trittbrett durchs letzte Hindernis, welches er dann allerdings mit Fehler passierte. Ein grosser anerkennender Applaus liess erahnen, dass alle froh waren, dass der Vorfall ohne weitere Konsequenzen abgelaufen war. Das heisst, eine Konsequenz hatte der Vorfall doch. Er spielte nämlich das Zünglein an der Waage um den Sieg in der Qualifikationsprüfung. Hätte Schiesser den Doppelnuller nach Hause gefahren, hätten die Gossauer die Seriensieger des Reitvereins Klettgau auf den zweiten Platz verwiesen. Die Klettgauer fuhren souveräne Prüfungen, boten aber mit 10,5 Strafpunkten eine Angriffsmöglichkeit. Gossau lag schliesslich mit 11 Punkten auf dem zweiten Schlussrang. Mit diesem Resultat konnten sie sich aber noch hinter den Klettgauern und Winterthurern als dritte Equipe für das OKV Fahrcup-Finale in Fetzisloh qualifizieren.
Einigkeit der Fahrer
Trotz der vermehrten Strafpunkte hörte man unter den Fahrern einen klaren Lobgesang auf den Parcours. Er sei schön und fair gewesen. „Ich habe ein paar Tore eindeutig unterschätzt, weshalb ich dann auch die Fehler hatte“ sagte beispielsweise Unni Stamm, welche für die Thaynger Equipe am Start war. Zufrieden äusserte sich auch OK-Präsident Helmut Schmied über den Anlass: „Ein idealer Boden, gutes Wetter, schöne Parcours und vor allem ein unfallfreier Ablauf, was will man mehr?“