8.06.2011 - OKV-Fahrkurse Frauenfeld: Trainings für die Basis
Jedes Frühjahr organisiert das OKV Ressort Fahren eine Serie von Fahrkursen auf der idealen Infrastruktur im Pferdesportzentrum Frauenfeld. Vorherrschend sind die Lektionen in Dressur und Hindernisfahren. Aber auch Übungen an Marathonhinder-nissen sind ein Thema. Zielpublikum sind Fahrer die in den Wettkampfsport einsteigen, oder sich dort weiterentwickeln möchten.

Kursleiter Wener Mayer bei der Gespannkontrolle

Ernst Nef konzentriert im Hindernistraining

Max Gehri trainiert sein Dressurprogramm

Beat Auer misst den Hindernisparcours aus
von Bruno Eigenmann
Am vergangen Sonntag fand an einem herrlichen Sommermorgen der letzte Kurs in diesem Jahr statt. Acht Gespanne wurden erwartet, etwa je zur Hälfte Zwei- und Einspänner. Es waren aber auch schon Tandems am Kurs. Bald wird klar, es sind keine Anfänger am Werk. Das Fahrbrevet ist Bedingung für eine Teilnahme. Auf der anderen Seite werden Kadermitglieder und S-Fahrer nur zugelassen, wenn die Anmeldungen aus der Basis noch Zeit offen lassen. Öfters kommen Teilnehmer an mehrere Trainings, darunter auch versierte OKV Cup-Fahrer. Die Gründe für eine Teilnahme sind unterschiedlich. Einer hat ein junges Pferd im Gespann, ein anderer möchte sich auf die Teilnahme an offiziellen Teilprüfungen (Dressur und Fahren) vorbereiten. Oder wieder andere möchten unter wettkampfmässigen Bedingungen Fortschritte erzielen.
Erfahrene Trainer
Kursleiter ist Werner Mayer (Balzers). In der OKV Ressortkommission Fahren ist er für diese Fahrkurse zuständig. Er betreut die Teilnehmer heute im Dressurviereck. Für das Hindernisfahren konnte der erfolgreiche Zweispänner S-Fahrer Beat Auer (Hagenbuch) gewonnen werden. In diesem Jahr wurden vier Kurse für Dressur und Hindernis und ein Geländekurs (Marathon) angeboten. Der Geländekurs findet immer am Ostersamstag statt, zusammen mit „Gräben und Wälle“ des Ressorts Springen. „Weil das Risiko im Marathon grösser ist muss die Rettungs-Sanität auf dem Platz sein und das lohnt sich besser für zwei Veranstaltungen“, meint dazu Werner Mayer.
Ideale Bedingungen
Im Pferdezentrum Frauenfeld sind die Voraussetzungen auch für den Fahrsport hervorragend. Im Innenraum der Rennbahn lassen sich grosszügige Wettkampf-Voraussetzungen schaffen. Es könnten mehrere Dressurvierecke ausgesteckt werden, diesmal wird nur eines benötigt. Nebenan findet Beat Auer für seine 20 raffiniert aufgestellten Kegelhindernisse mehr als genug Platz. Zudem stehen diverse fest gebaute Marathon-Hindernisse zur Auswahl. Für das Abstellen der Pferdetransporter haben die Teilnehmer die Qual der Wahl. Auch für das Einfahren stehen jede Menge Wege und grosszügiges Wiesengelände zur Verfügung. Sie ist wahrlich ein Bijou für den Pferdesport, diese Sportanlage in Frauenfeld. Darum kommen die Teilnehmer auch von weither, sogar aus dem Engadin. Fahren sollen die Teilnehmer mit einem Dressurwagen, im Geländekurs mit einem Marathon-Gefährt.
Individuelle Betreuung
Heute müssen die Teilnehmer zuerst ins Dressurviereck. Nach der Gespannkontrolle und allfälligen Korrekturen geht es darum, die Pferde auf das Dressurprogramm vorzubreiten. Um die nötige Spannung und Taktreinheit zu erzielen gibt der Trainer nicht nur verbale Ratschläge, sondern greift auch mal selbst zur Peitsche, oder steigt hinten auf den Wagen um die gewünschte Wirkung zu demonstrieren. Es steht genügend Zeit zur Verfügung um jedes Gespann dort zu fördern, wo es nötig ist. Aufgabe für den Fahrer ist es dann, ein komplettes, selbst gewähltes offizielles Dressurprogramm zu fahren. Am Schluss gibt es eine „Manöverkritik“ mit vielen guten Tipps, damit Zuhause weiter trainiert werden kann. Beat Auer ist bekannt für rassiges Fahren. Das erwartet er auch von seinen „Schülern“ im „Töggelifahren“. Und er hat Recht. Gemütliches Fahren bringt den ambitionierten Teilnehmer nicht weiter. Im Wettkampf sind die Zeiten knapp bemessen und die Fehler für Zeitüberschreitung sind oft entscheidend über Sieg und Niederlage. Hier können die Fahrer das Gefühl für schnelles und trotzdem sauberes Fahren entwickeln, es wird ja keine Rangliste erstellt.
Auch im nächsten Jahr
Leider sind die Teilnehmerzahlen eher rückläufig. Die beiden Trainer sind sich einig, die Kurse müssen künftig wieder früher im Jahr beginnen. Sie sollen helfen, sich auf die neue Saison vorzubereiten. Und die Saison, mit OKV-Cup-Qualifikationen und offiziellen Teilprüfungen hat längst begonnen. So oder so bieten die Fahrkurse in Frauenfeld auch nächstes Jahr wieder eine gute Gelegenheit das sportliche Fahren zu fördern. „Auch wenn man bereits unter einem Trainer arbeitet, ist es förderlich, einmal Tipps aus einem andern Winkel zu bekommen“ meinte ein zufriedener Teilnehmer.