30.05.2011 - Stammheim: Multi-Turnier auf zwei Wettkampfplätzen
Pferdesport in sechs Disziplinen gab es am Wochenende auf der Schelmengrube Oberstammheim zu sehen. Darunter allein OKV Ausscheidungen in drei Sparten (Fahren, Spring-Coupe und Jump Green) sowie publikumsattraktive Dragonerspringen, normale Springprüfungen und eine kombinierte Prüfung Dressur/Springen. Grosses Lob gab es für das Novum eines solch vielseitigen Turniers.

RV Frauenfeld gewinnt die Coupe-Ausscheidung

Sieg im Fahrcup für den RV Klettgau

Publikumswirksames Dragonerspringen

Hanspeter Obrecht gewinnt das Dragonerspringen (Fotos: Gabriela von Rotz)
von Gabriela von Rotz
Die weitläufige Anlage, über die der Reitverein Stammheimertal verfügt, liess am Wochenende einen Sportanlass zu, der in seiner Vielfalt selten zu sehen ist. Waren am Samstag die 'Kombinierer' auf dem erhöht gelegenen Allwetterplatz am Dressurreiten, wurden zugleich auf dem Wiesenplatz in der Schelmengrube vor viel Publikum 'Jump Green' Prüfungen geritten. Anschliessend gehörte den kombiniert Startenden der Springplatz auf der Wiese, mit Sieg durch Dominique Suter (Dörflingen) auf Remington Steel, und zum Schluss durfte der äusserst zahlreich erschienene Fanclub der 'Grünen' noch einem kurzweiligen Dragonerspringen beiwohnen. Dieses führte als besondere Attraktion auch den Hang hoch aus der Schelmengrube heraus und von der Krete mussten die Pferde den steilen Abrutsch wieder hinunter rutschen und via Talus zurück in den Platz springen. Sechs Reitern gelangen zwei fehlerfreie Umgänge, was zu einem spannenden Stechen führte, das vom Nussbaumer Hanspeter Obrecht auf Libana CH mit sechs Sekunden Vorsprung auf Paul Bissegger (Berg TG) gewonnen wurde.
Fahren und Springen parallel
Noch mehr Betrieb gab es am Sonntag. Früh schon starteten die Ein- und Zweispänner-Fahrer auf der Wiese in der grossen Arena und gleichzeitig waren oben am Hang auf dem Sandplatz die Springreiter in Prüfungen B/R95 und B/R100 im Einsatz. Vom Festzelt auf der Anhöhe her konnten bequem beide Aktivitäten mitverfolgt werden. Die Fahrsportfans drängten sich allerdings alle entlang der Reithalle in der Festbeiz nahe am Geschehen. Neun Fahrvereine gaben sich ein Stelldichein für die Fahrausscheidung im OKV-Fahrcup des Rayons 2. Drei Fahrer pro Team absolvierten je zwei Umgänge und der sehr anspruchsvolle Kurs provozierte nicht nur Töggelfehler, sondern auch etwelche Strafpunkte für Zeitüberschreitung. Das auf die sechs Umgänge abziehbare Streichresultat ergab einige Rechenkünste und sogar die Sieger vom RV Klettgau waren überrascht, als sie sich zur Ehrung an die Spitze aufstellen durften. Peter Ritzmann (Gächlingen), Ueli Wäckerlin (Siblingen) und Ulrich Krebser aus Bülach totalisierten gemeinsam 16 Strafpunkte, vor den Fahrern des KV Winterthur mit 19,5 und denjenigen vom RV Gossau mit 22,5 Punkten. Die nach dem jeweils zweiten Fahrer aller Teams noch in Front liegenden Fahrer der Pferdezuchtgenossenschaft Lilienthal wurden durch zehn Strafpunkte sowie dem Streichresultat ihres Schlussfahrers noch hinter dem Fahrverein Wil auf den fünften Schlussrang zurück geworfen.
Coupe-Ausscheidung als Höhepunkt
Den springsportlichen Höhepunkt des Turniers und absolutes Highlight für die Zuschauer bildete die OKV-Coupe Ausscheidung des Rayons Nord am Sonntag Nachmittag. Dieser spezielle Wettbewerb für Dreierequipen wurde erstmalig in der OKV-Geschichte auf zwei Springplätzen gleichzeitig und unter Einbezug der Umgebung ausgetragen und zog auch viel Prominenz (u.a. Monica und Paul Weier sowie Alfred Schwarzenbach) als Zuschauer an. In dieser Art von Prüfung müssen 21 Hindernisse bewältigt werden; jeweils sieben pro Teamreiter, und in selbst gewählter Reihenfolge. In Stammheim wurde auf der Anhöhe neben dem Allwetterplatz gestartet, wo sich im Platz elf Sprünge befanden, auf der Wiese dahinter deren Drei und unten in der Schelmengrube die restlichen Sieben, welche aber erst via Abrutsch wieder über den Absprung dort unten erreicht werden konnten. Dazu kam auch, dass dieser Reiter dann schnellstmöglich wieder den Hang hinauf ins Zielgelände zurück reiten musste. Von den siebzehn Vereinen schafften drei Equipen (RV Alttoggenburg, RV Frauenfeld und der Verein Turnierplatz im Buck VTB, Aesch) diese herausfordernde Tour ohne Fehler und zwei Reiter pro Team mussten deshalb zum Stechen antreten. Die Toggenburger kamen mit acht Fehlerpunkten ins Ziel. Ihnen folgte Frauenfeld: Der Vereinspräsidentin Karin Brägger und Fabienne Gampp gelangen makellose Runden und die Spannung stieg enorm, da die Vertreter des VTBs bereits in der Einlaufprüfung Platz Eins und Zwei belegt hatten. Schon der erste Stechreiter von ihnen, Jörg Bodenmüller musste jedoch eine Stange hinnehmen und der fehlerfreie Ritt von Sohn Mathias nützte nur noch zum Ehrenplatz. Die ungewöhnliche Vielseitigkeit des Stammer Reitturniers stellte sich nicht nur als sehr erfolgreich heraus sondern brachte auch von Teilnehmern wie Zuschauern viel Lob ein.
Rangliste Fahrcup Qualifikation