11.02.2011 - Buchs: Indoor-Crossbauerkurs
Der OKV organisierte an diesem Wochenende für alle Interessierten und Freunde des CC-Sports einen Indoor-Crossbaukurs mit Stephan Döll. Die Teilnehmer erfuhren viel über Crossbau in der Halle. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Vorführung zweier routinierter Reiterinnen.
von Barbara Stocker
Bei mildem Frühlingswetter versammelten sich die Teilnehmer im Reiterstübchen des PSV Sigg in Buchs ZH. Nach einer kurzen Einführung und der Begutachtung der aufgestellten Crosshindernisse in der Halle folgte ein sehr interessanterTheorieteil.
Keine festen Hindernisse
Der grösste Unterschied zwischen Indoor- und Outdoorcrosstrecken besteht darin, dass man in der Halle nicht fest bauen kann. Das Verankern der Hindernisse mit Pfählen ist in der Halle unmöglich. Die Sprünge müssen entweder so schwer sein, dass sie nicht umfallen können oder aber fallend gebaut werden. Dann darf aber trotzdem kein erhöhtes Verletzungsrisiko bestehen. Als Beispiel dafür zeigte Döll ein Element, welches durch das Umfallen nicht höher wird als in Originalposition und ein Abrutschen des Pferdes ermöglicht. Ungewohnt sind die vielen Wendungen, die das zu reitende Tempo stark reduzieren und die immer gleiche Topografie. Nicht zu vergessen sind auch die ungewohnten Lichtverhältnisse, die dank Lichteinfall über Oberlichter o.Ä. auch erfahrene Pferde mal genauer hinschauen lassen.
Pferdefreundliche Bauart
Döll ging ausführlich auf die Bauart von Crosshindernissen ein. So sind Hindernisse mit steiler Front und ohne Fuss nicht pferdefreundlich, weil die Pferde den Absprungpunkt nicht gut erkennen können. Ideal sind alle Hindernisse, die sich der Flugbahn des Pferdes anpassen (z.B. Schweinsrücken oder in Sprungrichtung geneigtes Element) und eine durch einen Fuss klar markierte Absprungzone aufweisen. Die Distanzen zwischen den Hindernissen im Cross sind gleich wie im Parcours. Lieber als Mutsprünge, die früher in jedes Cross gehörten und nicht selten Stürze provozierten, baut man heute technische Hindernisse, die die Rittigkeit der Pferde prüfen. Ist die Rittigkeit mangelhaft, zeigt sich dies nicht in einem Sturz, sondern in einem Vorbeirenner, der niemandem schadet. Stopps sieht der Crossbauer nicht gerne.
Ein Thema war auch der Normalparcours innerhalb der Geländeprüfung. Findet das Springen vor dem Cross statt, soll Kondition, Aufmerksamkeit und Rittigkeit des Pferdes abgefragt werden. Die Hindernisse dürfen dann von der Abmessung her an das Limit gebaut werden. Findet das Springen als letzte Teilprüfung statt, ist der Parcours eine Verfassungsprüfung, die Aufschluss über Kondition und Aufmerksamkeit des Pferdes geben soll und somit sowohl von der Abmessungen der Hindernisse als auch von der Länge des Parcours her nicht an das Limit gebaut wird.
Ohne Infrastruktur kein Indoor-CC
Wichtigste Voraussetzung für die Durchführung einer Indoor-Veranstaltung ist die Infrastruktur. Eine zweite Halle für das Abreiten darf nicht fehlen, da draussen mit gefrorenem Boden gerechnet werden muss. Auch muss ein Raum zur Verfügung stehen, in welchem sich die Reiter aufwärmen können.
Recht komplex gestaltet sich die Planung der Indoor-Crossstrecke im Gegensatz zur Planung der Outdoor Strecke, wo viel Platz zur Verfügung steht. Es gilt, einen Parcours und eine Geländestrecke in einer Halle unterzubringen und gleichzeitig flüssiges galoppieren zu ermöglichen. Ausserdem soll die Strecke immerhin gut 800m lang sein. Zu diesem Zweck lässt Döll den Hufschlag immer frei, so kann man im Verlauf der Strecke Galopprunden einbauen.
Ziel der Indoorprüfungen ist laut Döll die Grundausbildung junger Pferde, der Einstieg in den CC-Sport und auch die Vorbereitung auf die grüne Saison.
Vorführung in der Halle
Zum Schluss zeigten Sabine Taxer und Susanne Krähenbühl wie gut ein sorgfältig gebautes und gut durchdachtes Indoorcross zu reiten ist. In etwas gemässigterem Tempo als draussen bewältigten beide die Strecke, die sowohl schmale Sprünge als auch schräg-schräg Kombinationen beinhaltete, teils aus kleineren Hindernissen, aber auch aus recht wuchtigen bestand.
Es braucht neue Crossbauer
Die Botschaft des OKV ist klar. Nachwuchscrossbauer und überhaupt Offizielle sind gesucht. Diskutiert wurden die momentan verlangten Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um Crossbauer, TD usw. werden zu können. Ist es nötig, dass ein Crossbauer die Springlizenz hat? Ist reiterliches Können zwingend nötig um ein guter Crossbauer zu sein oder wären nicht Sachverstand, Feingefühl und Geschick auch ohne reiterliche Erfahrung eine gute Qualifikation? Der OKV wird sich weiter dafür einsetzen, dass die Bestimmungen überarbeitet werden und dadurch bessere Voraussetzungen für die Ausbildung neuer Crossbauer und Offizieller bestehen.
Ehrungen des OKV
Am gleichen Nachmittag wurden die besten Veranstalter und alle Schweizermeister der vergangenen Saison geehrt. >>> Ehrungen

