30.01.2011 - Thayngen: Gelungene Premiere der neuen Winter-CC-Trophy
Die Reitgesellschaft Thayngen eröffnete den Reigen der vom OKV ins Leben gerufenen Hypona Winter CC Trophy. Dabei feierten Mirjam Stücheli mit Laufmaus im B3, sowie Monika Krähenbühl mit Wango und Nicole Kuster mit Trigger in den B1-Prüfungen die Premierensiege.

Monika Krähenbühl gewinnt mit Wango die allererste B1-Prüfung der neuen Hypona Winter CC Trophy des OKV

Mirjam Stücheli liess ihre Laufmaus in der B3-Prüfung zum Sieg laufen

Viele Sprünge konnten durch den geschickten Aufbau von beiden Seiten gesprungen werden (Fotos: Claudia Uehlinger)
von Claudia Uehlinger
Die Premiere der vom OKV neu lancierten Trophy darf als voller Erfolg gewertet werden. Vor einigen Jahren scheiterte der Versuch einer ähnlichen Prüfungsart. Scheinbar ist nun aber die Zeit reif für eine Neuauflage. Bereits seit einigen Jahren können in der Romandie während den Wintermonaten CC-Trainings besucht werden. Den Trend ein wenig später erkannt und umgesetzt hat auch die Deutschschweiz. Der erfahrene Crossbauer Stephan Döll, welcher notabene für die Kurssetzung in Thayngen verantwortlich zeichnete, führt seit zwei Jahren CC-Indoor-Trainings durch. „Das Bedürfnis nach einer solchen Prüfung ist seitens der Reiter da. Das Nennergebnis hier in Thayngen spricht eine klare Sprache“ meinte Döll. Die Hypona Winter CC Trophy ist eine kombinierte Prüfung von Springen und Cross. Der Reiter absolviert zuerst einen Springparcours mit fallenden Hindernissen. Nach einer kurzen Pause wird unmittelbar zum Cross-Teil mit festen Hindernissen gestartet. „Durch das gezielte Auswählen der farbigen Hindernisse und die Gestaltung der festen Hindernisse, habe ich versucht, den Charakter eines Geländes zu simulieren“ antwortete Döll auf die Frage, was er sich bei der Konzeption des Parcours überlegt habe. Zudem liess Döll den Hufschlag zum Galoppieren frei. So wies der Cross-Parcours eine Länge von 830 Metern auf. Auch einige technische Raffinessen baute Döll in den Parcours ein. So waren gebogene Linien im Springparcours, schmale Hindernisse wie der Fass-Sprung mit einem einzigen Weinfass oder schräg anzureitende Sprünge bei den festen Hindernissen in die Prüfungen eingebaut.
„E tolli Sach“
Dies ein Zitat, welches immer wieder zu hören war. So meinte beispielsweise Urs Truttmann, welcher sonst eher dem Fahr- und Springsport frönt: „Man muss den Erfindern dieser Prüfung gratulieren. Das ist echt eine tolle Sache. Für mich bedeutet diese Prüfung eine optimale Vorbereitung für die grüne Saison. Der Parcours war fair gestellt.“ Auch Monika Krähenbühl kommentierte den Anlass ähnlich: „Ich nehme sonst nicht an CCs teil. Für mich bedeuten die Indoor CC-Trainings jedoch Abwechslung für die Pferde. Sie können vorwärts galoppieren und für junge Pferde gibt es die Gelegenheit, viel Neues und Fremdes kennen zu lernen. Die Teilnahme an der Trophy hat mir Spass gemacht. Zudem hat es Stephan Döll geschafft, auch routinierten Reitern eine herausfordernde Aufgabe zu stellen.“
Erfahrene Reiter am Start
Auch erfahrene CC-Reiter, wie Jennifer Eicher oder die Mitglieder des Elite-Kaders Tamara Acklin und Jrina Giesswein nahmen zur grossen Freude von OK-Präsident Hans Lenhard in Thayngen teil. Die Siege in den Prüfungen wurden jeweils durch die gerittenen Zeiten in den Springparcours ausgemacht, da die vorderen Platzierten keine Strafpunkte auf ihren Konten aufzuweisen hatten. Am deutlichsten distanzierte Monika Krähenbühl in der ersten B1-Prüfung mit fast acht Sekunden Vorsprung Katrin Meier auf den zweiten Platz. In der zweiten B1-Prüfung war es dann nur noch eine halbe Sekunde, welche die Siegerin Nicole Kuster von Jennifer Eicher trennte. Auch im B3 war es keine ganze Sekunde, welche Mirjam Stücheli als Erste zur Siegerehrung vor Joëlle Bruni antreten liess.
Erkenntnisse umsetzen
Bei der Premiere gab es auch Kritikpunkte. So war vor allem das geforderte Tempo in der B3-Prüfung ein Knackpunkt. „Ziel dieser Prüfung ist ein seriöses und präzises Anreiten der Sprünge. Leider hat der Zeitdruck dieses Hauptziel bei einigen Reitern in den Hintergrund treten lassen“ analysierte Conrad Schär, Jurypräsident, die letzte Prüfung, welche viele fehlerhafte Ritte zu Tage förderte. Gemeinsam mit Döll setzte sich Schär im Anschluss an die letzte Prüfung zusammen und definierte neue Tempi für die kommenden Trophy-Austragungen.