15.12.2010 - Peter Fankhauser: "Manchmal brauchen zukunftsgerichtete, gute Entscheide eben etwas länger"
Selten waren die Nerven im Publikum an einer OKV-Delegiertenversammlung so angespannt wie in diesem Jahr. Und selten hatte der Präsident Peter Fankhauser derart viele Reaktionen im Nachgang erhalten. Grund genug für ein Gespräch.
Interview Andreas Stutz
Peter Fankhauser, wie sind sie mit dem Verlauf der Versammlung insgesamt zufrieden?
Im grossen und ganzen bin ich mit dem Verlauf zufrieden. Wenn man bedenkt, was im Vorfeld, vor allem beim Thema „Reglemente“, von beiden Seiten geschrieben wurde. Gefreut hat mich, dass man über die Sache diskutiert hat und es nicht um persönliche Schuldzuweisungen ging.
Was sagen Sie zum Ausgang der Abstimmung über die Einführung der neuen Reglemente?
Der Ausgang der Abstimmung entspricht der auch im Vorstand vorgängig beschlossen Haltung. Die Abstimmung hat aber auch klar aufgezeigt, dass der SVPS jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Die dem Antrag zugrundeliegenden Probleme müssen mit den Betroffenen umgehend angegangen werden. Sicherlich wäre es falsch, damit wieder ein Jahr zuzuwarten.
Welche Reaktionen haben Sie im Nachgang der DV in Sachen Reglemente erhalten?
Die Reaktionen im Nachgang zur DV im Bezug auf die Reglemente waren eigentlich durchaus positiv. Man vertraut darauf, dass der SVPS jetzt die notwendigen Schritte einleitet.
Die OKV Delegierten haben sich klar gegen eine Bulletinpflicht ausgesprochen; wird diese Publikation nun bald verschwinden?
Hier muss klar gestellt werden, dass es nie darum gegangen ist, das Erscheinen des Bulletins einzustellen. Die DV hat beschlossen und den OKV Vorstand beauftragt, die Abschaffung des Pflichtabonnements voranzutreiben. Überrascht war ich von den Reaktionen zahlreicher Mitglieder aus andern Verbänden, die den Vorstoss offenbar unterstützen. Hier hoffe ich, dass man auch in den anderen Verbänden auf seine Mitglieder hört und den Antrag des OKV an der Mitgliederversammlung des SVPS im Frühjahr unterstützt.
Wir überlegen uns, eine Website zu diesem Thema zu schalten, wie das Exponenten zu den Reglementsänderungen lanciert hatten. Ich glaube, nur so wird es allen Verantwortlichen bewusst, dass auch der Grossteil ihrer Mitglieder mit der Bulletinpflicht nicht einverstanden ist. Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass das Bulletin auch in Zukunft von vielen Mitgliedern abonniert wird - wenn es informativ gestaltet ist.
Was tut der OKV, wenn der SVPS nicht auf die Forderungen des grössten Regionalverbands eingeht?
Ich vertraue darauf, dass der OKV die notwendige Unterstützung erhalten wird. Sollte dem nicht so sein, werden wir sicherlich nicht aufgeben und weiter für die Interessen der Basis kämpfen.
In einer äusserst knappen Abstimmung haben sich die Delegierten gegen die Aufnahme des Pferdesportzentrums Elgg ausgesprochen. Was denken sie persönlich darüber?
Ganz persönlich war das für mich eine Enttäuschung. Es gilt, den Einsatz der Elgger für den OKV in den vergangenen Jahren zu berücksichtigen. Ich denke dabei vor allem an die Newcomers und die Vereinstrainerausbildung. Die Diskussionen und Reaktionen seit der Abstimmung zeigen aber, dass hier teilweise sehr kurzsichtig und unbedacht entschieden wurde. Viele Delegierte haben offenbar nicht zugehört und damit nicht realisiert, dass das Pferdesportzentrum Elgg keine Mitglieder aufnehmen und damit die umliegenden Vereine nicht konkurrenzieren wird.
Es war immer meine Ansicht, dass man bestrebt sein muss, die OKV Plattform möglichst alle Pferdesportorganisationen zugänglich zu machen. Nur so ist die Kommunikation unter den Betroffenen sichergestellt. Ich bin überzeugt, dass künftig weitere Pferdesportorganisationen den Anschluss an den starken OKV suchen, was – so meine ich – allen Mitgliedern zugute kommt. Nach dem negativen Entscheid habe ich mit den Verantwortlichen in Elgg umgehend Gespräche geführt. Das Resultat stimmt mich zuversichtlich. Ich bin dankbar, dass unsere Ausbildung und unser Nachwuchs trotzdem weiter unterstützt wird und in Elgg willkommen bleibt. Ich hoffe, dass Elgg den Delegierten an der nächsten DV nochmals Gelegenheit gibt, auf ihren Entscheid zurück zu kommen und dass Elgg nochmals kandidiert. Manchmal brauchen zukunftsgerichtete, gute Entscheide eben etwas länger.
