5.12.2010 - Warnschuss an den Schweizerischen Verband für Pferdesport
Anlässlich der 155. Delegiertenversammlung des Verbands Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine (OKV) in Näfels (GL) am Wochenende vom 4./5. Dezember 2010 richtete Präsident Peter Fankhauser klare Worte an den Schweizerischer Verband für Pferdesport. Dieser schlitterte knapp an einem Debakel vorbei.
Vorstand OKV
Hitzig waren die Debatten im Vorfeld der diesjährigen Delegiertenversammlung des OKV. Für rote Köpfe gesorgt hatten Beschlüsse des Schweizerischen Verbands für Pferdesport (SVPS). Seine Delegierten hatten sich kürzlich für die Einführung eines neuen Reglements für den gesamten Schweizerischen Pferdesport ausgesprochen. Dieses stiess bei der Basis jedoch auf Widerstand. Einige Vereine beantragten darum an der Delegiertenversammlung des OKV, dass dessen Einführung um ein Jahr verschoben werde. Die hitzige Diskussion in Näfels machte deutlich, dass dem Dachverband ein Debakel drohte und dass zahlreiche Vereinsvertreter dem SVPS einen Denkzettel verpassen wollten. „Dafür haben wir Verständnis“, sagte OKV-Präsident Peter Fankhauser (Kloten). Weil aber per 2011 das neue Reglement in Kraft treten soll, sei der Zeitpunkt sich jetzt dagegen zu wehren, schlecht gewählt. Dies hätte bei der Ausarbeitung des umstrittenen Regelwerks geschehen müssen. Fankhauser empfahl darum den Anwesenden, den Antrag abzulehnen.
Dachverband räumt Kommunikationsproblem ein
Die Delegierten folgten mehrheitlich dem Antrag des Vorstands. Der OKV-Präsident gab aber gleichzeitig einen Warnschuss an die Adresse des SVPS ab: „Eine Zusammenarbeit wird künftig nur stattfinden, wenn zwischen dem Dachverband und dem OKV-Vorstand offene und ehrliche Worte Platz haben.“ Er forderte den Dachverband auf, mit den Betroffenen sofort an einen Tisch zu sitzen und ein offenes Gespräch zu führen. „Weil die Basis mit dem Reglement zu arbeiten hat, muss der SVPS allfällige Änderungsvorschläge von den Vereinen ernst nehmen.“ Der Präsident des Schweizer Verbandes für Pferdesport, Charles Trolliet, räumte vor den OKV-Delegierten ein: „Ich stelle fest, wir haben ein Kommunikationsproblem.“ Um dieser Schwäche entgegenzuwirken versprach er per Ende 2011 ein Kommunikationskonzept auszuarbeiten. Die Beanstandungen der Vereine liess er indessen unbeantwortet.
Keine Abo-Pflicht für Publikationsorgan
Die Zustimmung des OKV-Vorstandes fand hingegen der zweite Antrag aus den Reihen der Vereine. Er forderte die Aufhebung der Bezugspflicht des SVPS-Publikationsorgans „Bulletin“. Die Antragsteller argumentierten, dass das Pflichtabonnement einer Gebühr gleichkomme, da ein Verzicht zwar die Zustellung stoppe, nicht aber die Verrechnung. Ihnen leistete der OKV-Vorstand Schützenhilfe: „Angesichts der sich wandelnden Medien- und Kommunikationsmittel müssen wir mit der Zeit gehen“, sagte Fankhauser. Die Delegierten unterstützten den Antrag grossmehrheitlich.
Zwei neue Verbandsmitglieder
Seit der heutigen Delegiertenversammlung zählt der OKV zwei Mitglieder mehr. So hiessen die Anwesenden den Beitritt des Reitclub Waldhof (Winkel-Rüti, Bülach) und der Interessensgemeinschaft Rossweidli (Wetzikon) gut. Sie weigerten sich hingegen, das Pferdesportzentrum Elgg in ihrem Kreis aufzunehmen.
Die Jahresrechnung 2010, der Voranschlag 2011 sowie die übrigen Anträge des Vorstands fanden die breite Zustimmung der Versammlung.
