13.09.2010 - Balzers: Gedämpfte Siegesfreude am OKV-Cupfinal

Zum Höhepunkt des dreitägigen Turniers hätte der Final um den OKV Vereins-Cup werden sollen. Alles deutete nach dem ersten Umgang auf einen spannenden Wettkampf hin. Nach einem Unfall am Beginn des zweiten Durchganges wurde der Final abgebrochen und die Zwischenrangliste nach dem ersten Umgang zur Schlussrangliste erklärt. Muri-Bremgarten wurde mit Gold ausgezeichnet, Lengnau mit Silber und Tösstal mit der Bronzemedaille.

Balzers: Gedämpfte Siegesfreude am OKV-Cupfinal

Sieg im OKV-Cupfinal für den RV Muri-Bremgarten, vor dem RV Lengnau (l.) und dem RV Tösstal.

Balzers: Gedämpfte Siegesfreude am OKV-Cupfinal

Peter Fankhauser übergibt die Goldmedaille an die Sieger

Balzers: Gedämpfte Siegesfreude am OKV-Cupfinal

Sichtlich betrübt gibt der OKV-Präsident den Abbruch bekannt. (Fotos: Bruno Eigenmann)

Balzers: Gedämpfte Siegesfreude am OKV-Cupfinal

Joana Weibel sichert mit einer Nullrunde dem KV Oberrheintal den vierten Rang (Foto: U. Dietsche)

 

von Bruno Eigenmann

 

Mit freudigem Engagement empfingen die Organisatoren vom PSV Balzers, mit OK-Präsidentin Sybille Nüesch an der Spitze, die besten Vereine aus dem OKV zum Cup-Final. Alles war vorgekehrt zu einem Festtag. Idyllisch gelegen der Reitplatz mit Blick auf das imposante Schloss. Bei prächtigem Spätsommerwetter wehten die Fahnen der Schweiz, des Fürstentums und von Balzers im Wind. 17 Vereinsequipen à vier Reitern, aus vier Qualifikations-Rayons, traten zum prestigeträchtigsten Final im OKV an. Darunter auch die Titelverteidiger aus Elgg. Zum  Favoritenkreis zu zählen waren, mit den höchsten Punktzahlen aus der Qualifikation, Lengnau, Wil und Grüningen, Bronzemedaillengewinner im letzten Jahr. Im ersten Umgang galt es im Rennen zu bleiben, denn nur die besten acht Vereine durften zum verkürzten zweiten Durchgang antreten. Und schlussendlich sollte bei gleichviel Punkten um die Medaillen gestochen werden.

 

Guter Springsport

Parcoursbauer Roger Wachter gelang es, auf dem Sandplatz mit einer etwas ungewöhnlichen Form, einen flüssigen Kurs anzulegen. Er schätzte die Qualität der antretenden Paare richtig ein. Trotz recht vielen fehlerfreien Runden klassierte die Aufgabe. Nach drei Reitern konnten sieben Vereinsvertretungen noch auf ein blankes Konto nach dem ersten Umgang hoffen. Für die Schlussreiter wurde der Ritt schon zu einer Nervensache. Fünf Equipen konnten mit einem blanken Konto zum zweiten Umgang antreten: Muri-Bremgarten, Lengnau, Tösstal, Oberrheintal und Sulgen. Falknis lag mit vier Punkten in Lauerstellung. Wetzikon, Wil, Wädenswil und Zurzach totalisierten acht Punkte auf ihrem Konto. Eine Vorentscheidung um den Sieg war wohl gefallen. Doch waren die Chancen auf eine gute Klassierung, oder sogar auf eine Medaille für alle zehn Vereine durchaus vorhanden. Denn nicht selten stellt der zweite Umgang das Klassement nochmals völlig auf den Kopf. Schön war es aus der Sicht des OKV, dass Equipen aus allen Rayons nun den Favoritenkreis bildeten. 

 

Jäher Abbruch

In der Pause zwischen den beiden Umgängen offerierte der Veranstalter allen Reitern einen Apéro. Smalltalk dämpfte die Nervosität bei denen, die nochmals gefordert waren und tröstete die bereits Ausgeschiedenen. Fröhlich gestimmte Fangemeinden warteten auf den weiteren Fortgang des Wettkampfs. Mit Kuhglocken war Falknis angerückt um ihre Männerequipe lautstark zu unterstützen. In umgekehrter Reihenfolge der Zwischenrangliste wurde zum zweiten Umgang gestartet. Offenbar waren die Nerven schon mehr gefordert, es gab ungewöhnlich viele Abwürfe zu beklagen. Barbara Spejchalovà startete als letzte der ersten Reiter für Muri-Bremgarten. Vor der Zweierkombination verweigerte ihr Pferd, sie wollte – wohl wegen der Equipe – einen Sturz mit allen Mitteln vermeiden, kam dann aber trotzdem ganz unglücklich zu Boden und verletzte sich. Sofort eilten die Samariter zur Hilfe. Weil der Verdacht auf eine Rückenverletzung bestand, wurde ein Helikopter der Rega angefordert. Bei den Teilnehmern, Funktionären und Zuschauern war die Stimmung schlagartig auf dem Tiefpunkt. Zu gross war die Sorge um die verletzte Kollegin. Noch bevor die Bergung der Verletzten abgeschlossen war, rief der Chef Springen im OKV, Norbert Hasler die Equipenchefs zusammen. Gemeinsam wurde ohne Diskussion beschlossen den Final abzubrechen. Nicht nur in der Equipe Muri-Bremgarten hätte man kaum mehr, angesichts des offensichtlich ernsthaften Unfalls, die nötige Konzentration für die Fortführung des Wettstreits aufgebracht. Es wurde weiter beschlossen, dass die Zwischenrangliste nach dem ersten Umgang zur Schlussrangierung für den Cup-Final 2010 gelten solle. Durch die gemessene Zeit war eine eindeutige Rangierung möglich. Natürlich verzichteten die Vereine damit auf die Möglichkeit einer Verbesserung. Noch auf dem Platz konnte der Rega-Notfallarzt erfreulicherweise feststellen, dass die verletzte Reiterin alle Gliedmassen bewegen könne. Zur sorgfältigen Abklärung werde sie nun ins Kantonsspital St. Gallen geflogen.

 

Schlichte Zeremonie

Die Siegerehrung wurde ohne Pferde durchgeführt. Peter Fankhauser dankte allen Equipen für die Zustimmung zum aussergewöhnlichen Vorgehen. Damit sei wohl in der bedauerlichen Situation die bestmögliche Lösung getroffen worden. Ein kräftiger Applaus bestätigte ihm, dass er mit dieser Meinung nicht allein war. Der Reitverein Muri-Bremgarten in der Besetzung Barbara Spejchalovà, Barbara Beynon-Meisel, Paul Fischer und Petr Reznar erhielt aus der Hand des OKV Präsidenten die Goldmedaille und den begehrten Cup-Pokal. Silber ging an den Reitverein Lengnau und Umgebung mit Peter Wassmer, Marlies Hartmann-Hüser, Roland Moos und Lienhard Suter. Vanna Breda, Nicole Fehr, Sibylle Nyikos und Urs Hächler vom Reitverein Tösstal durften sich die Bronzemedaille umhängen lassen. Der Kavallerieverein Oberrheintal musste mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen. Nur vier Zehntel trennten sie vom zweiten Platz, so eng waren die Zeitabstände an der Spitze.

 

Trotzdem zufrieden

„Den Abschluss der Springkonkurrenz habe ich mir schon anders vorgestellt“ meinte die junge OK-Präsidentin Sibylle Nüesch. „So ein Ende hat es in der Geschichte des OKV Vereins-Cups noch gar nie gegeben“ kommentierte der OKV Chef Springen, Norbert Hasler das Geschen. „ Wir haben richtig gehandelt und wollten für die Verletze kein Risiko eingehen“ war die Schlussfolgerung von OKV-Präsident Peter Fankhauser. Unisono war man nicht unzufrieden und zu Recht der Meinung, aus der Situation das Beste gemacht zu haben. Alle wünschten der verletzten Reiterin eine gute Genesung.

 

 

 

 

 

Glück gehabt

Nach einer gründlichen medizinischen Untersuchung der Verletzten, konnte erfreulicherweise noch am Sonntagabend von den Ärzten Entwarnung bekannt gegeben werden. Zum Glück sei nichts gebrochen. Mit sehr schmerzhaften Prellungen musste sie über Nacht im Spital bleiben, dürfte es aber schon bald wieder verlassen können.   

 

   

  

Rangliste