14.06.2010 - Voltige Henau: Lütisburg gewinnt Trophy Süd
Den internationalen Voltigier-Wettkampf Trophy-Süd entschied am Sonntag Voltige Lütisburg für sich. Mit einer beeindruckenden Darbietung gewannen die Toggenburger auch die Gesamtwertung des Vierländerturniers vor dem Team Masterhorse Leonberg (GER).

Tages- und Gesamtsieger der Trophy Süd: Voltige Lütisburg.

Team Masterhorse Leonberg (D): Gesamtzweiter der Trophy Süd.

2. Platz in Henau, dritter in der Gesamtwertung: RC Wildegg (AUT).

Doppelsieger Voltige Lütisburg. (Fotos: Norbert Rechsteiner)
von Norbert Rechsteiner
Was Rang und Namen im Schweizer Voltigiersport hat, traf sich am letzten Wochenende im Gillhof Henau. Der Aufhänger war der Länderwettkampf Trophy Süd, eine Premiere: Noch nie waren hier so viele internationale Spitzenteams gegeneinander angetreten. Unterstützt wurde der von Voltige Lütisburg durchgeführte Anlass auch vom OKV. Als Verbandsvertreter beobachtete Ressortchef Werner Hengartner das Geschehen. Er wies darauf hin, dass Voltige eine FEI-Sportart ist und eine Unterstützung verdient. Ein Aushängeschild dieser Sportart ist auch der Gastgeber, der Vizeeuropameister und Schweizermeister Voltige Lütisburg.
Hochkarätiger Sport
Nach Offenburg und Leonberg war Henau die dritte und letzte Station der Voltige Trophy Süd 2010. Sieben Teams aus Frankreich, Österreich, Deutschland und der Schweiz zeigten hochkarätigen Voltigiersport auf internationalem Spitzenniveau. Jedes Team hatte zwei Kürwettkämpfe zu bestreiten. Die Gesamtsiegsumme in Henau betrug 4000 Euro, das Siegerteam erhielt 1000 Euro.
Voltige Lütisburg setzte sich mit seinem Ersatzpferd Wilbe Goud schon nach der ersten Kürvorstellung deutlich an die Spitze des Zwischenklassements. Höchstschwierigkeiten mit harmonischen Übergängen und schönen Abgängen kennzeichneten die Vorführung. Mitfavorit Masterhorse Leonberg verzeichnete bei der ersten Vorstellung zwei kleine Patzer und fiel im Zwischenklassement etwas zurück. Pech hatte das Team von Bleyer Köln: Ein Voltigierer erlitt beim Absprung eine Knieverletzung, sodass die Rheinländer zum zweiten Umgang nicht mehr antraten und sich vorzeitig aus dem Turnier verabschiedeten. Auch bei der zweiten Kür erhielt Lütisburg von den drei Richterinnen die höchste Punktezahl aller Teams zugesprochen. Den zweiten Platz belegte Wildegg(AUT), der dritte ging an Masterhorse Leonberg (GER). Die Gesamtwertung der Trophy Süd 2010 nach drei Stationen gewann Voltige Lütisburg vor Masterhorse Leonberg und Wildegg.
Mentale Einstellung
Gefreut über die sehr gute Leistung hat sich auch Monika Bischofberger, die Longenführerin von Voltige Lütisburg. Dieser sportliche Effort war nicht selbstverständlich, denn ihr erstes Pferd Corado hat sich bei der Trophy Süd in Leonberg beim Aufwärmen verletzt und kann derzeit nicht eingesetzt werden.
„Die mentale Einstellung unserer Voltigiererinnen hat ausgezeichnet funktioniert“, lobte die Longenführerin ihre jungen Sportlerinnen. Und auch der 12-jährige Holsteiner-Schimmelwallach Wilbe Goud habe brav mitgearbeitet. Ein nicht unbedeutendes Detail: Voltigierpferde, die international eingesetzt werden, haben generell hohe Stockmasse, weil ein langer Rücken von Vorteil ist. Corado hat ein Stockmass von 1, 80 Metern, Wilbe Goud eines von etwa 1.70.
Positiv überrascht vom hohen Leistungsniveau der internationalen Darbietungen, äusserte sich die Jurypräsidentin und Richterin Rosmarie Bosshard: „Ja, das ist Hochleistungssport. Diese Voltigierer trainieren täglich. Es ist bemerkenswert, wie diese Sportlerinnen und Sportler auf dem galoppierenden Pferd elegant und sauber turnen.“
Neben den internationalen Vorführungen wurden auch zahlreiche nationale Prüfungen der Kategorien A, B, C, D und N sowie Einzel, Doppel und Junioren ausgetragen. Den „Trophy-Abend“ genossen die Besucher mit Live-Musik Showeinlagen.