10.05.2010 - Springen: Thriller im Ustermer Buchholz

Die Qualifikation für den OKV Vereinscup entpuppte sich als regelrechter Spring-Krimi. An den Pferdesporttagen in Uster duellierten sich der Reitverein Tösstal und der Reitverein Elgg

Springen: Thriller im Ustermer Buchholz

Urs Hächler und Pikant brachten den Sieg für den RV Tösstal nach Hause. (Foto: Pia Wertheimer)

von Pia Wertheimer

 

Urs Hächler fixierte das letzte Hindernis im Stechparcours. Jetzt nur nicht patzen. Sein Holländer Wallach Pikant III kennt diese Situation und meistert sie souverän. Fehlerlos überwindet das Paar die letzte Hürde, die den Reitverein Tösstal vom Sieg trennt.

Rückblende: Der Ort des Showdowns, den sich die Tösstaler mit den Elggern lieferten war das Ustermer Buchholz. Der Anlass die Qualifikation des OKV Vereinscup an den Pferdesporttagen.

Nach den ersten beiden Reitern hatten vier Equipen noch ein blankes Punktekonto: der Kavallerieverein Winterthur und die  Reitvereine Elgg, Tösstal und Uster. Nach zwei weiteren Paaren je Mannschaft blieben lediglich die Tösstaler Andrea Weber auf Lady Lou IV, Sibylle Nyikos auf Colombe III, Annemarie Hächler mit Olympia von der Worfthoeve und ihr Gatte Urs Hächler im Sattel von Pikant III fehlerlos. Das Reglement gibt den Equipen allerdings die Möglichkeit von vier Resultaten das schlechteste zu streichen. Dies machten sich die Elgger zu Nutze: Sie strichen die acht Fehlerpunkte von Sean Baumgartner auf Equus de Corbou und forderten damit die Tösstaler im Stechen heraus. In den Farben des Reitvereins Elgg trat Baumgartner gemeinsam mit Fritz Krähenbühl im Sattel von La Luna VII, der zuvor die Einlaufprüfung für sich entschieden hatte, zum Stechen gegen die Tösstaler an. Letztere schickten das Ehepaar Hächler ins Rennen.

 

Nervenstärke und Vertrauen

Auch im Stechparcours warf Baumgartners Equus de Corbou zwei Stangen ab, totalisierte damit wiederum acht Fehlerpunkte und beschied den Tösstalern so eine angenehme Ausgangsposition. Bereits am zweiten Sprung patzte aber auch die belgische Stute von Annemarie Hächler: Gequält stöhnten die mitfiebernden Zuschauer auf, die Spannung im Buchholz stieg. Pferd und Reiterin liessen sich davon nicht beirren: Sie blieben über die übrigen Sprünge ohne Fehler. Als dann der zweite Reiter der Elgger, Fritz Krähenbühl, an seine bisherigen Erfolge anknüpfte und einen sauberen Stechparcours absolvierte, lag die Entscheidung am Schlussreiter der Tösstaler. Der 13-jährige Wallach Pikant III zeigte vor vollen Zuschauerrängen genauso viel Nervenstärke wie der Mann in seinem Sattel. Urs Hächler holte mit einem fehlerfreien und zügigen Ritt den  Sieg ins Tösstal. Er habe sich von der Situation nicht unter Druck setzen lassen, sagte der Hittnauer. „Ich vertraue meinem Pferd, er hilft mir wenn es brenzlig wird.“ Dies habe sicherlich mit der langjährigen Erfahrung zu tun, räumte Hächler ein. Equipenspringen hätten aber ihre ganz eigenen Regeln. Vier Fehlerpunkte seien für die einzelnen vier Reiter ganz passable Resultate, allerdings sei es für die Equipe dienlicher, wenn ein einziger Reiter diese Fehlerpunkte auf sich versammelt. „Mann vergibt sich damit nicht gleich die Chance auf einen Sieg“, so Hächler. Dies habe die Elgger Mannschaft an dieser Vereinscup Qualifikation demonstriert.

 

 

Zahlreiches Publikum am zweiten Wochenende

Während die Schweizer Elite der Springreiter am ersten Wochenende den Grossen Preis der Pferdesporttage Uster unter widerlichen Wetterbedingungen bestritt, zeigte sich Petrus am zweiten Wochenende des Pferdefestes von seiner guten Seite. Dies bescherte dem organisierenden Reitverein Uster volle Tribünen. Insgesamt rund 1200 Reiter kämpften im Stangenwald im Buchholz vor rund 7000 Zuschauern um die Podestplätze. Trotz des verregneten Auftakts zeigt sich OK-Präsident Ueli Hänni mit dem diesjährigen Anlass zufrieden: „Es tat gut zu sehen, dass wir trotz dem schlechten Wetter guten Pferdesport bieten können.“ Die diesjährige Austragung habe gezeigt, dass sich die Investitionen in den Boden der Buchholzarena gelohnt hätten. „Zudem haben wir richtig entschieden einige der Prüfungen auf dem Sand auszutragen, damit der Boden für die Hauptprüfungen bereit ist.“ Dies lobten auch die Teilnehmer: „Der Boden hätte am zweiten Wochenende besser kaum sein können“, fand Annemarie Hächler.

 

 

Rangliste

 

Zwischenstand OKV-Vereinscup