8.09.2009 - OKV Cup-Final Berg: Alles riskiert – alles gewonnen
Am dreitägigen Turnier auf dem Seerücken war der OKV - Cupfinal der alles überstrahlende Höhepunkt. Auch die Regie spielte mit. Über den Sieg wurde erst im allerletzten Ritt entschieden. Amriswil und Elgg mussten um Gold und Silber stechen. Daniela Sennhauser setzte mit einem sauberen Nuller Fritz Krähenbühl gewaltig unter Druck. Er schaffte das Unmögliche schnell. Gold für Elgg, Amriswil gewinnt Silber und Bronze der RC Grünigen.
Die Medaillenträger Amriswil (Silber), Elgg (Gold) und Grüningen (Bronze)

Freude herrscht beim Team aus Elgg
von Bruno Eigenmann
„ Ich habe zur Zeit einen unglaublichen Lauf, mir gelingt einfach alles“ meinte Fritz Krähenbühl zu seinem spektakulären Ritt. Bei seinem Start im Stechen war die Situation so, dass er nur mit vollem Risiko den Sieg erringen konnte. Urs Himmelberger hatte für Amriswil einen Abwurf zu beklagen, seine Zeit war schnell. Sean Baumgartner’s Equus de Corbou verweigerte am Trippel, was vier Punkte und viel Zeitverlust für Elgg bedeutete. Mit einem kontrollierten Ritt und weiten Wegen brachte Daniela Sennhauser Amriswil mit einem sauberen Nuller in Führung. Als Schlussreiter musste nun Fritz Krähenbühl fehlerfrei bleiben und erst noch den Zeitverlust aufholen. Ein schier unmögliches Unterfangen. Speaker Peter Stern heizte gekonnt die Stimmung noch an, indem er die Zeit die Elgg zum Sieg reichen würde bekannt gab. Krähenbühl ritt spektakulär engste Wege. Am Trippel half dem Paar noch der Schwung, einen Fehler zu verhindern. Beim Einsprung in die Linie vor der Festwirtschaft war es dann allein Luna, die sehr gross wegsprang und einfach keinen Fehler machen wollte. „Die Stute ist eine unglaubliche Kämpferin“ meinte dazu der glückliche Sieger.
Start-Ziel Sieg
Mit 44 Punkte trat Elgg als „Qualifikationssieger“ und Favorit zum Final an. Auch das Publikum traute dieser Vierer – Equipe einen Sieg zu, wie die mit Abstand höchste Anzahl der abgegebenen Wetten zeigte. Aber da waren noch 16 andere Vereine, die fest entschlossen waren den Zürchern den Sieg nicht kampflos zu überlassen. Elf Equipen durften zum zweiten Umgang antreten. Gestartet wurde in umgekehrter Reihenfolge zum Zwischenklassement, die Teams mit zwölf Punkten mussten zuerst in den verkürzten zweiten Parcours. Die Linien von den Parcoursbauern Urs Wiesmann und Ueli Hauptlin wurden als flüssig gelobt. Amriswil, Bülach, Grüningen und Elgg hatten mit je vier Punkten die besten Chancen. An der Spitze der Zwischenklassement bereits Elgg, mit der deutlich schnellsten Zeit. Diese Equipen ritten erneut sehr stark. Amriswil und Elgg beendeten den zweiten Umgang fehlerfrei. Das junge Team von Grüningen musste nochmals vier Punkte akzeptieren, sichte sich damit aber die Bronzemedaille. Bülach hatte zwei Abwürfe auf der Rechnung, kam total auf zwölf Punkte, was den unbeliebten vierten Schlussrang bedeutete. Nur einen Viertelpunkt für Zeitüberschreitung musste sich der RV Lorze im zweiten Umgang anrechnen lassen und stiess damit auf den fünften Zwischenrang in der Schlussabrechnung vor. Im ebenfalls sehr jungen Team der Innerschweizer ritt der Newcomer und Vierkämpfer Remo Gretener (Cham) mit, der auf Camilla CH bereits die Einlaufprüfung zum OKV – Cup souverän gewonnen hatte. Ein Stechen musste über Gold und Silber entscheiden, auch hier konnte dank der schnelleren Zeit vorteilhaft Elgg nach Amriswil reiten.
OKV-Cup ein Hit
Der Cup für die Vereine ist für den OKV nach wie vor die bedeutendste Meisterschaft. Jung und alt ergänzen sich erfreulich in den Equipen, die mit viel Ehrgeiz versuchen, sich in vier Qualifikationsprüfungen für den Final zu empfehlen. Den Final zu erreichen ist bereits eine Auszeichnung. Im Team Verantwortung für den gemeinsamen Erfolg zu tragen, ist ganz offenbar eine gerne wahr genommene Abwechslung vom Springreiter - Alltag. Als regelmässiger Besucher von Springanlässen fällt einem vor allem das Publikumsinteresse auf. Während in den üblichen Springprüfungen das Geschehen eher wenig Beachtung findet, ist das im Cup ganz anders. Ganze Fanclubs bringen die Vereine mit. Aufmerksam werden die Darbietungen der einzelnen Paare verfolgt. Sieg und Niederlage werden lautstark bejubelt oder bedauert. Für OKV-Präsident Peter Fankhauser, war auch der diesjährige Cup-Final wieder ein Highlight. Sehr gute Organisation, tolle sportliche Leistungen und viel Begeisterung im zahlreichen Publikum waren für ihn schlicht herausragend. Ein goldiger Spätsommertag war dazu noch das Sahnehäubchen. Auch der Chef Springen, Norbert Hasler, der im Hintergrund für ein gutes Gelingen so manche Fäden zieht, war voller Lob für den Final. Dass es bis zum letzten Sprung hoch spannend war, das kann man nicht organisieren. Dass es aber so herauskam, war noch das berühmte Tüpfelchen auf dem i.
Kameradschaft pur
In allen Cupprüfungen während der ganzen Saison werden alle Beteiligten nach „geschlagener Schlacht“ zum Apéro eingeladen. Das war natürlich auch am Final nicht anders. Es gibt wohl keinen schöneren Platz um den eigenen Ritt nochmals eingehend zu kommentieren. Hell klingen die Gläser. Man kennt sich, ist per Du. Mit dem halben Vorstand des Vorstandes konnte man anstossen. Und den Medaillengewinnern gratulieren. Aber auch geflachst wird nach allen Seiten. Spürbar ist eine gute Kameradschaft innerhalb der Reitergemeinschaft. Ein wichtiger Nebeneffekt, denn was wäre ein so grosser Verband wie der OKV ohne eine lebendige Kameradschaft.
Erfolgreiches Turnier
Wetterkapriolen prägten die dreitägige Veranstaltung. Am Freitag flog alles weg was nicht niet- und nagelfest war. Total wurden in drei Tagen zwölf Prüfungen durchgeführt. Der Freitag war vier RI - Konkurrenzen vorbehalten. Am Abend war Party für alle angesagt. Die RII von Samstagnachmittag waren recht gut besetzt, denn das Wetter hatte sich inzwischen beruhigt. Virginia Keller-Volpez amtete erstmals als OK-Präsidentin. „Es sei in erster Linie schon das Wetter, das einem schlaflose Nächte bereite“. Mit Verlauf des Turniers war sie am Sonntagabend happy. Vor allem die vielen einsatzfreudigen Helfer machten Freude. Der Zuschaueransturm am Sonntag brachte die Festwirtschaft an die Grenzen ihrer Kapazität. Normalerweise habe es am Turnier in Berg-Heimenlachen halt nicht so viel Volk. Am Samstag luden die Organisatoren die Bevölkerung zum „Tag des Pferdes“. Und sie kamen in Scharen. In einem Postenlauf zum Thema Pferd, der sehr guten Anklang fand, waren tolle Preise zu gewinnen. Dies war eine der 160 Veranstaltungen die im ganzen Land unter der Schirmherrschaft des SVPS stattfanden. Im Rahmenprogramm führten die Mitglieder des Reitverein Berg ihre Quadrille „Thurgauer Öpfelreige“ vor mit dem sie am Marché Concours in Saignelégier den Thurgau als Gastkanton unterstützten.