10.08.2009 - Gearbeitet, Freunde gefunden und Erfahrungen gesammelt

Für 30 OKV Newcomers und deren Pferde und Ponys hiess es vergangene Woche: Auf nach Elgg! Diszipliniertes Training und freundschaftliches Beisammensein lautete das Motto des Lagers, das den Abschluss der Newcomers-Saison bildete.

Gearbeitet, Freunde gefunden und Erfahrungen gesammelt

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Von Jennifer Steiner

 

Es ist ein Morgen wie aus dem Bilderbuch. Die Sonne strahlt von einem wolkenlos blauen Himmel, ein sanfter Windhauch streicht durch die Blätter der Bäume. Während das idyllische Elgg am frühen Morgen noch einen etwas verschlafenen Eindruck macht, herrscht im Reitsportzentrum bereits reger Betrieb. 30 Jugendliche in Reithosen und Stiefeln sausen über den Hof, holen ihre Pferde und Ponys aus den Boxen, lachen und schwatzen. Ein Hauch von Nervosität liegt in der Luft. Einige der jungen Reiter haben Pferde und Sattelzeug besonders sorgfältig geputzt und warten nun vor den Ställen. „Schön der Reihe nach aufstellen“, lautet die bestimmte Anweisung von Patricia Volpez Stern. 16 Schützlinge der OKV Chefin Newcomers bestreiten an diesem Freitagmorgen den Concours Complet (CC) Silbertest.

 

Dieser bildet den Abschluss einer intensiven Woche. 30 der insgesamt 84 OKV Newcomers reisten am vorletzten Montag nach Elgg, um ihr – an einer Vielzahl über das Jahr verteilten Trainings und Veranstaltungen erworbenes – Können und Wissen weiter zu vertiefen. Das Lager sei für alle eine tolle Erfahrung gewesen, betont Vopez Stern. Nicht zuletzt, weil es gänzlich unfallfrei über die Bühne ging. Spring- und Dressurunterricht, Training im Gelände, ein Patrouillenritt, Theorieblöcke und Sturztraining bei einer Judolehrerin standen auf dem Programm. Unter den fachkundigen Anweisungen von Patricia Volpez Stern, Nicole Josuran und Danièle Kaufmann lernten die 11- bis 20-Jährigen nicht zuletzt, während einer Woche für einmal die ganze Verantwortung für ihre Tiere zu übernehmen. Gleichwohl blieb genug Zeit für Spiel und Spass. „Es entsteht eine positive Gruppendynamik“, weiss Nicole Josuran. Die Jugendlichen wagten sich an Aufgaben, die sie zu Hause wohl nicht gemeistert hätten. „In solch einem Lager ist Reiten für einmal keine Einzelsportart mehr“, sagt die Swiss Olympic Grundtrainerin.

 

Einheitliche Schulung

Die intensiven Trainings in sechs Leistungsgruppen gingen natürlich nicht spurlos an Pferd und Reiter vorbei. „Viele sind etwas müde“, beobachtet Josuran am besagten Freitagmorgen. Dennoch geben sie allesamt nochmals ihr Bestes. Die 16 Kandidaten des CC Silbertests beeindrucken die Experten Hans Bienz und Rolf Bischof mit ihren Leistungen, die anderen 14 Nachwuchsreiter liefern sich auf dem Springplatz ein Derby über 15 Hindernisse.

 

„So etwas habe ich selten gesehen“, meint der ehemalige Leiter des nationalen Pferdesportzentrums und Jugend & Sport Experte Hans Bienz nach dem Abteilungsreiten erfreut. Gemäss Rolf Bischof legen die Experten bei der Benotung wert darauf, dass die Reiter ihre Pferde in allen Gangarten beherrschten und die unterschiedlichen Formationen fehlerfrei ausführten. „Bereits beim Vortraben erkannte man deutlich, dass die jungen Reiter einheitlich geschult wurden“, erklärt Rolf Bischof.

 

Nach dem Abteilungsreiten müssen sich die Newcomers beim Temporeiten, Klettern, Abrutschen und Springen im Gelände beweisen. Insbesondere bei Letzterem macht sich laut Patricia Volpez Stern das „fabelhafte Gelände“ in Elgg bezahlt. Die 14 Mädchen und zwei Jungen galoppieren mit ihren Pferden und Ponys über eine dreiminütige Strecke und bewältigen eine variantenreiche Abfolge von Naturhindernissen. Der Silbertest endet mit den Einrückungsarbeiten: Die 14-jährige Fabienne Somm strahlt, als sie ihr Pferd Tundra tränkt. Ihre Stute sei zwar müde gewesen, hätte aber trotzdem toll mitgemacht, erzählt sie zufrieden. Und: „Das Lager war streng, aber mega läss.“ Dem pflichtet die 13-jährige Céline Häfeli bei. „Gefallen hat mir, dass wir neben dem Training auch einen Witzabend machten oder ins Schwimmbad gingen“, sagt die junge Reiterin. Annick Josuran hat an diesem Morgen das Springderby bestritten. „Das hat mir diese Woche am meisten Spass gemacht“, erzählt die Elfjährige. Die grösste Herausforderung sei das Dressurtraining ohne Steigbügel gewesen. „Das war anstrengend.“ Sagts, und beschäftigt sich sogleich wieder emsig damit, ihrem Pony Top Czardon die Stollen zu entfernen.

 

Während sich die diesjährige Newcomers-Saison dem Ende zuneigt, ist laut Patricia Volpez Stern bereits wieder die Vorfreude auf die kommende zu spüren. Bis im September können sich Interessierte anmelden, im Oktober finden die Aufnahmeprüfungen statt.