30.06.2009 - Sennhauser gewinnt Gold

Nach Oberriet holte sich der Appenzeller Hufschmied auch in Wil die Derby-Siegerschleife. Er führt nun die Zwischenrangliste der Derby-Trophy souverän an. In der OKV CH-Meisterschaft gewann Esther Sennhauser, Bettwiesen die Goldmedaille. Und im anspruchsvollen OKV CC-Jumpgreen holten sich fast fünfzig, meist jugendliche Paare Erfahrungen in einem Parcours mit Geländehindernissen.

Sennhauser gewinnt Gold

Esther Sennhauser und Cinci

 

Von Bruno Eigenmann

 

Übel mitgespielt hat den Organisatoren das Wetter. Die „Weierwiese“ gilt weit herum als der idylliste Reitplatz. Starke Regenfälle setzten am Samstag das Gelände teilweise unter Wasser. Unter der Leitung von OK-Präsident Heinz Lüthi taten die vielen Helfer unter erschwerten Umständen alles was möglich war um die Situation zu retten. Morast lässt sich aber nicht wegzaubern. Zwar war der Boden gut reitbar, wie von den Akteuren bestätigt wurde. Aber es scheint das Schicksal solcher Wiesenplätze zu sein, dass die Reiter der oberen Kategorien bei nassem Wetter gar nicht mehr anreisen. Zu kostbar sind die empfindlichen Pferdebeine. In den RIII/MI vom Samstagnachmittag blieben nicht viel mehr als eine handvoll Paare übrig, für die das Glockenzeichen ertönte. Mit ganz wenigen Abmeldungen, Sonnenschein und vielen begeisterten Zuschauern sorgte das spannende Derby vom Sonntagnachmittag für einen versöhnlichen Abschluss.

 

 

Top CH-Pferde im Derby

Über dreissig Paare waren am Start. Aufgrund der Bodenverhältnisse wurde auf ein Stechen verzichtet, die Aufgabe war für die Pferde auch so anstrengend genug. Mit seiner grossen Erfahrung gelang es dem Parcoursbauer Louis Baumgartner einmal mehr einen selektiven Kurs ins Gelände zu stellen. Alles was ein Derby ausmacht war vorhanden. Teich, Wall, Pulvermann, Mauer und grosszügige Galoppstrecken. Favorit Martin Bamert ritt schon am Samstag eine Prüfung mit, um dem Pferd den Platz zu zeigen. „Zu gerne würde ich einmal das prestigeträchtige Wiler Derby gewinnen“ meinte der sympathische Appenzeller. Ob das der Kondition von Rambago Z bekömmlich war ? Die als CC-Reiterin bekannte Esther Sennhauser (Bettwiesen) lancierte auf Gitta II den Wettkampf mit einer guten Zeit und nur einem Abwurf. Dies reichte in der Endabrechnung für Platz drei. Gleich darauf ritt  Fritz Rüegsegger (Wuppenau) auf Royal di Chalet CH, ebenfalls mit einem Abwurf, aber schneller und übernahm die Führung. Viele versuchten alles, aber an der Spitze im Zwischenklassement änderte sich nichts. Bis zum Start von Martin Bamert mit Rambago Z CH. Konzentriert und schnell absolvierten das eingespielte Paar die schwierige Aufgabe. Auch ihnen gelang kein Nuller, aber sie waren mit einem Abwurf fast 20 Sekunden schneller und übernahmen die Führung. Von wegen Kondition !  Als letzte Reiterin versuchte Esther Sennhauser mit ihrem zweiten Pferd durch besonders sorgfältiges Reiten mit dem einzigen fehlerfreien Umgang zu gewinnen. Es gelang nicht, sie hatte zwei Stangenfehler zu beklagen. So konnte der Appenzeller Martin Bamert im traditionsreiche Wiler – Derby vom Stadtpräsidenten Bruno Gähwiler gratulieren lassen.

 

 

OKV CH-Meisterschaft

Das OKV-Ressort Zucht will damit dem CH-Pferd eine Plattform der Kategorie RIII/MI geben. Am Start waren gerade mal acht Paare. Schon die Meldungen waren nicht üppig. Der OKV wird sich überlegen müssen, wie er diese Meisterschaft attraktiver machen kann. An den finanziellen Anreizen kann es nicht liegen, sind doch die Preisgelder in Verhältnis recht hoch.  Auf einen zweiten Umgang wurde angesichts des morastigen Geländes verzichtet, bei Punktgleichheit soll aber um die Medaillen gestochen werden. Mit Cinchi CH, einem Pferd von Armin Eberle,  gelang Esther Sennhauser gleich zu Beginn mit einer sauberen Leistung der einzige fehlerfreie Umgang. Keinem der anderen Konkurrenten gelang das. Damit war die Goldmedaille vergeben. Drei Paare mit nur einem Stangenfehler mussten um Silber und Bronze stechen. Katrin Meier (Bilten) auf dem bewährten Ingo III CH scheiterte an einem Hindernis, ihr blieb nur der undankbare vierte Rang.  Dominik Fuhrer (Tobel) war auf Colin du Pres CH einen Hauch schneller als Stefan Meierhans (Gossau ZH) auf Golden Girl CH und liess sich dafür von der OKV-Chefin Zucht, Sandra Leibacher die Silbermedaille umhängen. Der ebenfalls anwesende Chef Springen OKV Norbert Hasler meinte dazu: „Die acht Unentwegten haben aus der unerfreulichen Wettersituation noch das beste herausgeholt“.

 

 

OKV CC-Jump Green 

Eigentlich waren zwei Prüfungen vorgesehen, eine mit Stilwertung. Dafür gab es zu wenige Anmeldungen, alle Teilnehmer starteten deshalb in einer Konkurrenz mit über fünfzig Paaren, aber mit zwei Ranglisten. Ziel des OKV ist es, ein breites Teilnehmerfeld an das Geländereiten heran zu führen. Zumeist sind es Jugendliche die diese Gelegenheit gerne wahrnehmen. Wall, Pulvermanns Grab und der Teich waren zu bewältigen, der matschige Untergrund machte alles nicht leichter. Naturgemäss waren viele Paare von der Aufgabe eher überfordert. Wenn dies Ansporn ist, noch mehr im unebenen Gelände zu trainieren, dann ist das Ziel trotzdem erreicht. Um Erfahrungen zu sammeln ist es gut, dass nach zweimaliger Verweigerung zum nächsten Hindernis weiter gereitet werden darf. Dominique Bauer (Goldach) und Beat Zimmermann (Wittenbach) heissen die glücklichen Sieger. Jump Green läuft auf vielen Plätzen noch über den ganzen Sommer. Der Final findet dann am 2. Oktober in Horn statt. Wer über die Saison genügend Punkte gesammelt hat, darf daran teilnehmen. Etwas problematisch scheint es – wie in Wil geschehen – Stilnoten durch die Jury zu vergeben. „Dafür müsste unbedingt ein Richter zugezogen werden, die Jury hat andere Aufgaben.“ meinte dazu Louis Baumgartner.

 

Rangliste CH-Meisterschaft

 

Rangliste Jumpgreen

 

Prüfung 1

 

Prüfung 2