17.12.2008 - OKV-Präsident setzt Vereinspflicht schweizweit durch
Peter Fankhauser, OKV-Präsident, forderte am Sitzungstisch des SVPS-Vorstandes die Vereinspflicht bei offiziellen Prüfungen - mit Erfolg.
Mit Peter Fankhauser sprach Pia Straw
Vor den Delegierten des Verbandes Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine (OKV) hat dessen Präsident, Peter Fankhauser, vor rund zwei Wochen Klartext gesprochen. Er machte sich für die Vereinspflicht stark. Nun hat der Schweizerische Verband für Pferdesport einen entsprechenden Antrag überraschend schnell angenommen.
Herr Fankhauser, wie haben Ihre Vorstandskollegen im SVPS auf Ihr Anliegen reagiert?
Ich muss ihnen allen ein Kränzchen winden. Nur zwei Tage nach der Delegiertenversammlung des OKV hat der SVPS-Vorstand sehr konstruktiv und völlig unbürokratisch gehandelt und sind meinem Antrag gefolgt.
Was bedeutet das konkret?
Ab 2009 gilt gesamtschweizerisch die Vereinspflicht, das heisst künftig müssen alle Teilnehmer offizieller Reitsportveranstaltungen in der Schweiz einem Reitverein angehören. Dasselbe gilt fortan für die Lizenzprüfungen. Ein Reiter kann sich dafür nur noch mit dem Stempel und der Unterschrift eines Vereinspräsidenten anmelden.
Ihr dritter Anlauf dieses Anliegen umzusetzen, hat also gefruchtet.
Ja, wenn auch kein Verband gezwungen werden kann, diese Regelung anzuwenden. Der SVPS stärkt uns aber dabei den Rücken und das ist von grosser Bedeutung.
Und wie soll diese neue Bestimmung in die Praxis umgesetzt werden?
Für den Reiter heisst das, er muss ab 2009 bei der Anmeldung seinen Verein angegeben. Vom OKV-Veranstalter verlangen wir fortan, dass der Verein jedes Teilnehmers auf der Startliste figuriert. Zudem muss die Vereinspflicht bei den Ausschreibungen vermerkt sein. Geplant ist, dass der Reiter seine Online-Anmeldung gar nicht abschicken kann, wenn er seinen Verein nicht angibt – dies ist bereits bei der Gewinnsumme so geregelt, technisch also durchaus machbar.
Was wollen Sie mit dieser neuen Regelung erzielen?
Es kann nicht angehen, dass die Vereine ausbluten und gleichzeitig die Teilnehmer der Veranstaltungen tadellose Infrastrukturen und Organisationen einfordern. Es gilt meines Erachtens: Der Reiter, der von den Prüfungen profitieren will, muss sich auch finanziell und tatkräftig engagieren und das tut er in der Regel durch einen Verein.
Die Vereine sollen also wieder Zulauf erhalten. Was aber springt für den Reiter dabei heraus?
Alle Vorzüge des Vereinslebens kommen ihm zu Gute. Und nicht nur das – als Vereinsmitglied kann er ja dann nicht nur an OKV-Prüfungen, sondern auch an den Kursen des Verbandes teilnehmen.
Rechnen Sie mit Widerstand gegen die Vereinspflicht?
Anfänglich werden jene, die nicht einem Verein angehören vielleicht stutzen. Ich glaube aber, dass das Verständnis überwiegen wird. Ich rechne deshalb nicht mit einem Rückgang der Anmeldungen bei den OKV-Veranstaltungen.
Die Vereinspflicht bei offiziellen Prüfungen ist für Sie, den OKV und seine Vereine ein grosser Schritt, welches wird der nächste sein?
Ich werde mich dafür einsetzen, dass Lizenzen nicht mehr über den Dachverband direkt gelöst werden können. Genau wie bei fast allen anderen Sportarten soll der Weg zu einer Lizenz auch im Reitsport nur noch über einen Verein führen.
