1.12.2008 - Bessere Balance im Distanzreiten

Das Ressort Endurance im OKV hat einen mehrteiligen Kurs mit der Centered Riding Instruktorin Christa Müller angeboten.

Bessere Balance im Distanzreiten

von Marianne Hübscher

 

Treffpunkt war die neue Reitsportanlage Eisfeld in Gossau. Im Theorieraum trafen sich zur ersten der sechs Lektionen 5 Teilnehmerinnen. Doris Frei, Chefin des OKV-Ressort Endurance hatte die Winterthurerin Christa Müller engagiert, welche seit Jahren im In- und Ausland auf höchstem Level in Centered Riding (reiten aus der Körpermitte) nach der Amerikanerin Sally Swift unterrichtet. Müller ritt schon selbst an Distanzritten mit und betont, dass für diese Sportart Pferd und Reiter fit sein müssen und die Biomechanik stimmen sollte. Sie selbst hat nach einer Rückgratverkrümmung nach einer Reitlehre gesucht, die nicht nur erklärt was zu tun ist, sondern wie. Die mittlerweile 96-jährige Sally Swift veranschaulicht in ihrer Lehre und in ihrem Buch die Balance des Reiters. Einseitiges Sitzen führt zu Verspannungen des Reiters und folglich auch des Pferdes, erklärte Müller. Mit Hilfe von Tafeln, Knochen- und Skelettmodellen demonstrierte sie die Funktion der Gelenke und ihre Wirkung auf das Pferd. Anhand von Bällen unter den Sitzbeinen erfuhren die Teilnehmer eindrücklich wie sich eine einseitige Belastung anfühlt, um eine solche auch bei sich erkennen zu können. Gerade Sitzen ist eine Aufforderung, die jeder in Reitstunden schon mal gehört hat. Wie aber fühle ich, wann genau ich exakt so sitze? Die Hilfe der Bälle, die auch unter dem Sattel mal erprobt werden können, wie Müller meinte, vermittelt das Gefühl dafür. Steifheiten und die bessere Seite fanden so alle schnell bei sich.

 

Nach einer Stunde Theorie wurden die Pferde gesattelt. Alle waren dies Partbred-, Vollblut- und Mischlings-Araber im Alter von 6 bis 25 Jahren. Die Teilnehmerbandbreite war ebenso gross und bewegte sich zwischen 15 und 59 Jahren.

 

Schnell positive Reaktionen

 

Die Witterung war frisch und die Pferde entsprechend knackig. Müller liess alle ihre Pferde erst mal lösen und konnte vom Sitz der Reiter und dem Bewegungsablauf der Tiere einen ersten Eindruck gewinnen. Einzeln korrigierte sie Haltung, Beinlage und Bügellänge. Die Pferde zeigten sehr schnell eine positive Reaktion auf gute Veränderungen, fielen aber auch sofort wieder in die alten Gewohnheiten.„Jede neue Gangart bringt alte Muster zurück“, gab die Instruktorin mit auf den Weg und verteilte gleich die Hausaufgabe, an den neuen Erkenntnissen bis zur nächsten Lektion zu feilen und sie zu festigen. Laufend fragte sie nach den Eindrücken und Gefühlen und sagte bei Schwierigkeiten „Atmen hilft“. Und richtiges Durchatmen half wirklich die jeweilige Situation zu entspannen. In den weiteren Reitlektionen will sie die einzelnen Elemente aus Centered Riding zusammensetzen und Einseitigkeiten im Sitz mit einfachen Uebungen bekämpfen. Mit dem Kommentar, dass bei männlichen Kursteilnehmern die Erklärungen viel technischer hätten sein müssen schloss sie den praktischen Teil und die Reiterinnen führten zufriedene Pferde aus der Halle.