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15.03.2016 - «Wagen Sie den Sprung ‘in den Busch’»

Die sechste Saison der Trakehner Winter-CC-Trophy des OKV endete mit dem Gesamtsieg von Monika Krähenbühl. Yvonne Bont, die Ressortchefin Concours Complet des OKV, spricht über die Erfolgsgeschichte des «Indoor-CC».

«Wagen Sie den Sprung ‘in den Busch’»

Yvonne Bont, Ressortchefin Concours Complet im OKV. (Foto: Leila Wanner)

Von Tamara Acklin

 

Wann und wie wurden die «Indoor-Prüfungen» ins Leben gerufen?

Die erste Veranstaltung der OKV Winter-CC-Trophy wurde 2010/2011 durchgeführt. Vorher gab es einige Versuche des OKV-Ressort CC, Indoor-Prüfungen ins Leben zu rufen. Dank der Zusammenarbeit mit dem Crossbauer und Visionär Stephan Döll entstand dieses heutige Konzept, das sich mittlerweile sehr bewährt hat.

 

Was war ursprünglich die Idee dahinter?

Dass die Reiter auch in den kalten Wintermonaten die Möglichkeit haben, den faszinierenden Sport auszuüben. Wir wollten Reiter und Besitzer mit Nachwuchspferden ansprechen, denen eine solide Grundausbildung des Vierbeiners am Herzen liegt.

 

Wie haben sich diese Prüfungen entwickelt?

Wir analysieren jeweils nach jeder Saison die Rück­meldungen der Teilnehmer und Veranstalter und versuchen, die Prüfungen zu optimieren.

 

Wo sehen Sie Vor- und Nachteile in den beiden Wertungen «A mit Zeitmessung» und «Stil»?

Die Wertung stellt schon seit der ersten Austragung vor sechs Jahren eine grosse Herausforderung dar. Wer soll bei einem Doppelnuller gewinnen? Die Wertung mit Idealzeit kommt unserer Meinung nach nicht in Frage, da in der Halle nach Idealzeit reiten eher eine Glückssache ist. Trotzdem möchten wir nicht, dass die Reiter über die festen Hindernisse «rasen». Somit ist unserer Meinung nach doch eine gewisse Spannung dabei, wenn der Springparcours vom Tem­po her zählt. Die Stilprüfungen bieten wir seit 2013/2014 an und erfahren vor allem in der Stufe B1 gute Resonanz. Viele Reiter nutzen hier die Gelegenheit einer zweiten Startmöglichkeit auf gleicher Stufe. Dank Stilrichter Hannes Wendt haben wir auch immer einen sehr routinierten und erfahrenen Mann, der voller Engagement die Stilbewertung vornimmt.

 

Neu konnte die Stufe im B3-Parcours frei gewählt werden. Wie waren die Reaktionen darauf?

Uns war es von Anfang an wichtig, diese Indoor-Prüfungen vor allem auch aus Ausbildungs- und Trainingszwecken anzubieten. Der Wunsch nach mehreren Stufen kam von den Reitern selbst. Natürlich kann nicht verhindert werden, dass einzelne Reiter nur wegen dem Gewinnen starten. Trotzdem ist es schwierig, eine faire Einteilung zu machen. Denn geht man auf Spring-Rankingpunkte, werden die guten CC-Pferde «vergessen» und umgekehrt. Man darf nicht vergessen, dass wir mit dieser Prüfung sowohl Spring- als auch CC-Reiter ansprechen. Mit dieser freien Stufenwahl unterstreichen wir den Trainingscharakter der Prüfung.

 

Wie war die Resonanz zum neu eingeführten B3-Derby?

Wir wollten ohne Erwartungen einfach etwas Neu­es probieren, um den Reitern neben den Stilprüfungen eine zweite Startmöglichkeit zu bieten. Die Verantwortlichen werden dem­nächst die vergangene Saison besprechen und entscheiden, wie es weitergehen wird. Da es in den B3-Prüfungen im Verhältnis immer weniger Nennungen hat, war der Sonntag für den Veranstalter nicht voll ausgelastet.

 

Was wünschen Sie sich von den Reitern, die an diesen «Indoor-Prüfungen» teilnehmen?

Natürlich würden wir uns wünschen, dass einige der reinen Springreiter, die regelmässig an den «Indoor-CC-Prüfungen» teilnehmen, auch den sprichwörtlichen Sprung «in den Busch» wagen würden. Mit unseren Geländestilprüfungen bieten wir auch für Reiter, die sich das erste Mal «outdoor» an den Start wagen, tolle Möglichkeiten, Freu­de am Grünen zu finden.