6.08.2012 - OKV Cup-Final Gossau: Souveränder Sieg des RC Seerücken
Der Reitclub Seerücken ist der diesjährige Sieger im OKV-Vereinscup. Am Finalturnier in Gossau zeigten sich die Ostschweizer Springreiter von ihrer besten Seite und verzeichneten in der Gesamtwertung lediglich 0.25 Strafpunkte wegen Zeitüberschreitung.
von Manuel Reimann
Zwar heisst die Reitsportanlage der Familie Reutimann in Gossau „Im Eisfeld“. Am letzten Mittwoch, dem 1. August war es hier aber andere als eisig: Das Wetter am Finale des diesjährigen OKV Vereinscup präsentierte sich von der heissesten Seite. Trotzdem zeigten die 16 für das Finalturnier qualifizierten Viererteams sowie das Team der veranstaltenden Reitvereine Gossau und Wetzikon packenden und hochstehenden Springsport. Und eine Equipe überragte alle anderen – jene des Reitclub Seerücken.
Bereits die Stufe-I-Reiter der Ostschweizer legten die Messlatte hoch. Sowohl Michèle Girão auf Cisco als auch Denise Erni im Sattel vom Pradine blieben fehlerlos. Diese Leistung gelang indes noch zwei weiteren Vereinen: Der Reitverein Seebezirk und der Kavallerieverein Rorschach zeigten ebenfalls Blankorunden.
Auch nach den Reitern der Stufe II lagen diese drei Vereine in Front. Zwar mussten nun auch Seerücken Fehler verzeichnen - Roman Zbinden kassierte im Sattel von Lampyre de Bougnon acht Fehlerpunkte. Weil nachher aber Marc Herzog mit Capanero erneut ein „Nuller“ gelang, blieb das Team fehlerfrei, da Zbindens Ergebnis das Streichresultat darstellte.
Zehn „Nuller“ am Stück
Nach einer Pause, in welcher Francine Peter und Andrin Kälin dem Publikum die verschiedenen Facetten des Westernreitens demonstrierten, stand der zweite Umgang auf dem Programm. Nur noch die zehn besten Teams des ersten Durchganges waren dafür teilnahmeberechtigt. Zunächst änderte sich am Zwischenklassement überhaupt nichts, gab es doch sagenhafte zehn „Nuller“ in Folge. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Sowohl Rorschach als auch Seebezirk mussten nun Fehler hinnehmen. Stattdessen tauchten neue Vereine auf dem Radar der möglichen Medaillenanwärter auf: Der Kavallerieverein Zurzach , der Reitclub Wil, der Reitclub Grüningen, der Reitverein Tösstal und der Reitclub Flurhof aus Balgach ritten sich mit schönen Nullfehlerritten ins Rampenlicht.
Klar auf Goldkurs
Das Team des RC Seerücken liess sich von dieser neuen Konkurrenz aber nicht gross beeindrucken. Zwar kam Roman Zbinden erneut auf acht Fehlerpunkte und Denise Erni wurde wegen Zeitüberschreitung ein Viertelpunkt aufgebrummt - Michèle Girão und Marc Herzog schafften aber wieder fehlerfreie Ritte. Damit blieben die Ostschweizer auf Goldkurs. Und zwar auf dem direktesten Weg: Nach Ende des zweiten Druchgangs und Abzug des Streichresultats hatte der Reitclub Seerücken gerade mal 0.25 Fehlerpunkte auf dem Konto, was der überlegende Sieg bedeutete.
Enger wurde es auf den folgenden Plätzen, hatten doch nun mit Zurzach, Wil, Grüningen, Flurhof, Rorschach und Seebezirk gleich sechs Vereine ein Zwischentotal von acht Fehlerpunkten auf dem Konto. Ein Stechen mit jeweils zwei Reitern pro Team musste also über die Silber- und Bronzemedaillen entscheiden.
Spannendes Stechen
Nach den ersten sechs Ritten waren es noch vier Teams, die mit sauberen Blankoritten im Rennen verblieben – Grüningen, Flurhof, Rorschach und Seebezirk. Die letzten Vorführungen waren also entscheidend. Und es wurde nochmals richtig spannend: Die Grüningerin Sabine Grossenbacher blies mit Myrtille de Vesquerie zum Totalangriff und wagte sehr engen Wendungen, musste dieses Risiko aber prompt mit einem Stangenfehler bezahlen. Nicole Kuster vom Flurhof ging in der Folge im Sattel von Genua ebenfalls aufs Ganze und blieb fehlerfrei. Die Rorschacherin Valerie Jud versuchte mit Cortina dasselbe, kam jedoch auf zwei Stangenfehler. Deutlich weniger Risiken ging die letzte Reiterin ein: Michaela Sporer auf Calpe vom Reitverein Seebezirk gelang mit dieser Taktik dafür ein fehlerfreier Umgang.
So war es dank der besseren Zeit letztendlich das Team des Reitclub Flurhof, das sich Silber holte. Bronze ging an den Reitverein Seebezirk.
„Sehr guter Sport“
OKV-Präsident Peter Fankhauser liess es sich an der Siegerehrung nicht nehmen, die Medaillen zusammen mit Norbert Hasler, dem Chef Springen, persönlich zu überreichen. Und er sparte nicht mit Lob an die Adresse aller Beteiligten: „Es wurde sehr guter und fairer Sport gezeigt. Der Reitverein Gossau und der Reitverein Wetzikon haben das Finalturnier auf dieser tollen Anlage wirklich sehr gut organisiert. Das war ein würdiger Abschluss der Cup-Saison 2012.“
Um die Wette strahlten bei der Siegerehrung die vier Reiterinnen und Reiter des Goldteams vom Reitclub Seerücken. „Die Tagesform von mindestens drei Reitern muss stimmen, um so etwas zu erreichen“, meinte Roman Zbinden. „Bei uns hat das heute perfekt gepasst und wir hatten zudem das Quäntchen Glück, das es für einen solchen Sieg braucht.“
Sehr zufrieden zeigte sich auch OK-Präsident Mike Platten vom Reitverein Gossau. „Die Wettkämpfe waren auch für das Publikum sehr spannend. Vor allem aber ging alles ohne Unfall über die Bühne, und das ist eigentlich ja das wichtigste.“



