6.08.2012 - Barzheim: VTB gewinnt OKV-Vereinsmeisterschaft
Im schaffhausischen Barzheim ging ein prall gefülltes zweitägiges CC-Programm über die Bühne. Die Vereinigung Turnierplatz im Buck stand nach dem heissen Samstag zuoberst auf dem Treppchen der traditionellen OKV-Vereinsmeisterschaft, umrahmt von den Equipen des Vereins Elgger Pferdefreunde und des Reitvereins Schaffhausen. Am Sonntag galoppierten über 120 B-Paare über die grenznahen Wiesen und Felder.

VTB gewinnt vor dem Verein Elgger Pferdefreunde und dem RV Schaffhausen

Joelle Bruni/VTB

Jenny Eicher/VEP

Nina Keller/RV Schaffhausen (Fotos: Tamara Acklin)
von Tamara Acklin
Der Reitverein Schaffhausen zeichnete unter OK-Präsident Thomas Häsler verantwortlich für die traditionelle OKV-Grossveranstaltung des Ressorts Concours Complet. Die traditionelle Vereinsmeisterschaft wird unter dem Patronat der Nationale Suisse Versicherung durchgeführt. Im schön gelegenen Stall Rühli in Barzheim, auf dem Hochplateau über Thayngen gelegen, gingen am Samstag 29 Equipen an den Start. Die Teams, bestehend aus vier Paaren, absolvierten die sechs Teildisziplinen, die abends zu einem Gesamttotal führten.
Grundstein Dressur
Während im Cross vorwiegend erfahrene CC-Paare am Start waren und viele Equipen aus CC-Reitern bestanden, verliessen sich einige Teams auf Spezialisten in der Dressur und im Springen. So war es auch nicht erstaunlich, dass die Dressurpferde die Zwischenranglisten anführten und den Grundstein zu nachmaligen Spitzenklassierungen legten. Im Grasviereck bzw. in der Reithalle galt es, Bestnoten heraus zu reiten. Im GA 07 gelangen Joelle Bruni mit Valentino de Lully knapp vor Claudia Büsser mit Despina vom Oberhof (Kavallerieverein Hinterthurgau) und Natascha Renfer mit Desperado (Kavallerieverein Kloten) die bestbenoteten Vorstellungen. Im CC B1 führte Nicole Suter mit Daily Love (Reitgesellschaft Thayngen) die Rangliste an vor Jörg Bodenmüller mit Santee (VTB) und Jenny Eicher mit Forever Cheeky (Verein Elgger Pferdefreunde). Der VTB lag also bereits nach der ersten Teildisziplin in Führung.
Zeit im Cross entscheidend
Stephan Döll baute die beiden 1,7 Kilometer langen Geländestrecken, die über die liebevoll mit hohen Strohballen-Männchen dekorierten Wiesen beim Hof führten, bewusst mit Alternativsprüngen. „Es sollen alle eine Chance haben, die Prüfung zu beenden“, begründete Döll den Crossbau. So konnten Gräben und Wasser umgangen werden, was jedoch wenige nutzten. „Die Strecken sind absichtlich parallel gebaut, damit die Geländereiter der Vereine zusammen das Cross abgehen können und auch wissen, was ihre Teammitglieder reiten müssen“, so Döll weiter, der etwas erstaunt war, dass doch einige Mühe hatten, die Idealzeit zu erreichen – nur die Hälfte der Geländereiter realisierte einen Doppelnuller. So auch die beiden Damen, die für die nachmalige Siegerequipe am Start waren: Joelle Bruni mit Valentino de Lully und Zuleika Trensch mit Comtesse du Champ.
Nervenstärke im Springen
In den beiden abschliessenden Springparcours der Stufen RI und RII verlangte der leicht coupierte Platz ein ausbalanciertes Pferd und gute reiterliche Unterstützung. Nur knapp die Hälfte der Teilnehmer blieb fehlerfrei - und jede Stange, die fiel, veränderte die Zwischenrangliste. Es war also nicht nur in London Nervenstärke gefragt, auch hier entschieden kleine Fehler über Podestplätze. So traf es den an zweiter Stelle gelegenen Kavallerieverein Hinterthurgau, der mit total 15 Punkten aus beiden Parcours auf den vierten Schlussrang abrutschte. Nach einem Springfehler im ersten Parcours liess Matthias Bodenmüller mit Wendy als Letztstartender für den VTB nichts mehr anbrennen und sicherte den Sieg mit einer Blankorunde. Der Verein Elgger Pferdefreunde mit Jenny Eicher, Claudia Zimmermann, Angela Bosshard und Martina Wüthrich) verbesserte sich um einen Rang und gewann Silber vor dem Reitverein Schaffhausen (Katja Dorer, Diana Beeri, Sandra Luhr, Nina Keller), der dank zwei makellosen Runden im Springen Bronze gewann. „Wir mussten noch ein gutes Resultat machen für die OKV-Verbandsmeisterschaft, aber mit einem Podestplatz hatten wir nicht gerechnet. Das ist die positive Überraschung des Tages“, strahlte der OK-Präsident Thomas Häsler, der mit der Gesamtveranstaltung sehr glücklich war: „Wir dürfen rundum zufrieden sein, hatten grosses Wetterglück und bis auf den Zwischenfall im Springen (eine gestürzte Reiterin musste zur Abklärung ins Spital überführt werden, verletzte sich aber nach ersten Angaben nicht schwer) verlief alles einwandfrei. Die Zusammenarbeit mit dem Stall Rühli klappte gut, wir durften eine tolle Veranstaltung erleben“.
CNC B1, B2 und Badminton-Juniorencup
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der B-Paare. Rund 120 waren in den insgesamt drei Prüfungen am Start. Pferde, die am Samstag gestartet waren, wurden nicht mehr zugelassen für eine Vollprüfung am Folgetag. Der lange Tag, der am Morgen früh mit der nicht enden wollenden Dressur begann, bekam ab Mittag Schwung und Action, als die Spring- und anschliessenden Geländeparcours in Angriff genommen wurden. Der Springparcours klassierte auch bei den B-ReiterInnen auf der nicht ganz ebenen Wiese stark. Die Geländestrecken waren dieselben wie am Vortag. Als grösste Klippe auf dem Weg zum Erfolg erwies sich die Idealzeit. Dies nicht zuletzt wegen den vielen, teils engen Wendungen, die ein allzu fröhliches Drauflosgaloppieren verhinderten. Crossbauer Döll zeigte sich im Hinblick auf nächstes Jahr besorgt, da der zur Verfügung stehende Platz für die Geländestrecke wegen der Erstellung zusätzlicher Gebäude noch kleiner werde in Zukunft. Man kann die engen Schweizer Verhältnisse aber auch als Vorteil interpretieren: Schweizer CC-Reiter müssen bereits auf der Einstiegsstufe viel Wert auf Rittigkeit und Führbarkeit legen – Qualitäten, die allen zu gute kommen, die später Sterne-Prüfungen reiten. Die Kategorie B2 entschied Kerstin Häusermann mit Magdalena auf dem Dressurresultat für sich vor Brigitte Peterhans mit Dancing Queen. Nicole Zuber gewann die Kategorie B1 mit Chesapeak vor Katja Dorer mit Ben. Laura Rentsch durfte trotz eines Versehens im Springparcours den Siegerflot des Badminton-Juniorencups für ihren Night Dance entgegen nehmen. Hinter ihr klassierten sich Caroline Schweizer mit Della Casa und Eva Sophie Schneider mit Sandro's Star.
Detaillierte Ranglisten unter www.mybo.ch
