13.12.2009 - 154. OKV-Delegiertenversammlung in Maienefeld: Vereinspflicht, Freizeitreiten und Politik
Vor rund 400 Delegierten forderte OKV-Präsident Peter Fankhauser die Vereine mit klaren Worten zum Handeln auf. Unterstützung leiste der Dachverband SVPS und der OKV gerne, umgesetzt werden müssen aber die Konzepte an der Basis. Nur so könne die grosse Masse der vereinslosen Reiter erfolgreich eingebunden werden.
von Bruno Eigenmann
Am Sonntag stand der Jahresbericht des OKV-Präsidenten im Zentrum. In seiner Rede befasste er sich mit der Vereinspflicht, dem Freizeitreiten und der Politik. Im Archiv habe er im Jahresbericht von 1909 den Hinweis gefunden: „Ich vermisse die Teilnahme von jungen Mitgliedern an unseren Ausbildungstagen.“ Das Thema sei also keineswegs neu. Je interessanter und offner die Tätigkeit gestaltet wird, umso mehr Erfolg werden die Vereine haben, heute abseits stehende Reiter zu einem Beitritt zu motivieren. Der Begriff Freizeitreiten sei umstritten. Einig ist man sich hingegen, dass zum Wohle des Pferdes und zur Unfallverhütung eine seriöse Ausbildung unumgänglich sei. Die Vereine sind aufgerufen, diese Herausforderung anzunehmen. Peter Fankhauser bat darum, die Bestrebungen der neu gegründeten Arbeitsgruppe Freizeitreiten zu unterstützen. Pferdeäpfel in Wohngebieten, reiten im Wald und eine Pferdesteuer sind politische Themen. Damit kann man Stimmen gewinnen. Als Verband und als Verein müssen wir den Kontakt zu den Behörden und den Politikern suchen und pflegen. Wir dürfen nicht warten bis die Gemeindereglemente zu Ungunsten der Reiter geändert werden. „Öffnen wir unsere Stalltüren und machen wir den Schritt auf die Öffentlichkeit zu, solange wir noch agieren können“ rief der OKV-Präsident den Delegierten zu.
Unterstützung vom SVPS
Charles Trolliet, der neue Präsident des SVPS überbrachte die Grüsse des Dachverbandes und unterstützte in seiner Grussadresse die Worte von Peter Fankhauser. Die Vereine kennen die zwei Drittel der Reiter in ihrem Einzugsbereich, die heute nicht organisiert sind. Ein gemeinsames Ziel sollte sein, möglichst viele von ihnen zu einem Vereinsbeitritt zu motivieren. Als SVPS-Präsident definiere er Sport als eine physische Aktivität die Spass mache. Demnach fühle er sich als Repräsentant, sowohl der Reiter die Wettkämpfe bestreiten, als auch der Menschen die zu ihrem Vergnügen ausreiten.
Veranstaltungskalender
Schwerpunkt am Samstagnachmittag war die Koordination der vielen Veranstaltungen im OKV-Tätigkeitsprogramm 2010. Dank der guten Vorarbeiten in den Sektoren waren nur noch relativ wenige Korrekturen nötig. Die Vereinsmeisterschaft 2011 wurde an den RV Werdenberg vergeben und wird in Weite-Wartau ausgetragen. Für den Coupe-Final 2011 schwang unter drei Bewerbern der RC St. Gallen oben aus. Ebenfalls mehrere Bewerber gab es für den Cup-Final 2011, Sulgen erhielt die meisten Stimmen. Für die DV 2011 bestimmten die Delegierten den KV Hinterthurgau mit Standort Aadorf. Peter Fankhauser machte darauf aufmerksam, dass das dann seine zweitletzte DV sei, denn er werde 2012, nach drei Amtsperioden, definitiv zurücktreten.
Pferdezentrum Frauenfeld
Zuerst war die Nachwuchsförderung ein Thema. Patrizia Volpez Stern begeisterte mit einer tollen Bild- und Musikshow, die einen Querschnitt durch das vergangene Jahr der „Newcomers“ zeigte. Ein deutlich steigendes Niveau, der von 26 Teilnehmern bestandene CC-Silbertest und die grosse Motivation der Jugendlichen machten ihr besonders viel Freude. Sie durfte einen grossen Applaus für ihre Arbeit entgegennehmen. Gaby Müller stellte einige Ideen für Veranstaltungen der Arbeitsgruppe Freizeitreiten vor. Für ein Jahr übernimmt sie interim die Leitung des neu geschaffenen Ressorts und das Präsidium der Kommission. Dafür wird das Ressort Breitensport aufgehoben. Ziel ist es, neue Formen vorzuschlagen, mit denen Veranstalter bei bis heute abseits stehenden Reitern das Interesse wecken können. Rund um das Pferdezentrum Frauenfeld ist vieles in Bewegung. Einerseits soll der Waffenplatz ausgebaut werden. Die Stadt Frauenfeld will eine Stadthalle auf dem Allmendgelände bauen. Norbert Hasler, Chef der Arbeitsgruppe und Christan Malär, Präsident des Pferdezentrums Frauenfeld hatten Erfolg mit ihren Voten. Für ein Jahr wird der OKV 20'000 Franken bezahlen. Dann wird man weitersehen.
Vereinsmeister 2009
Heidi Wolf durfte nach einem dreijährigen Lehrgang neun neuen Vereinstrainern das Diplom übergeben. Peter Bürgler wurde nach sieben Vorstandsjahren, wo er das Ressort Breitensport betreute, mit der OKV-Freimitgliedschaft von der Versammlung geehrt. Verbandsmeister wurde der RV Tösstal, vor dem KV des Bezirks Affoltern, dem KV Egnach, KV Bülach und dem KV Schaffhausen.
Gesellschaftsereignis
Andreas Zindel, Präsident des reinen Männervereins RV Falknis sagte es am Sonntagmittag kurz und bündig: „Schön dass ihr so toll mit uns gefestet habt.“ Was wäre eine OKV-DV ohne die Apéros, das gemeinsame Nachtessen mit Tanz und Unterhaltung? Für viele gehört auch der nächtliche Barbesuch dazu. Mit gleich gesinnten Freunden sich zwei Tage austauschen, neue Bekanntschaften zu schliessen, auch das gehört zu Erlebnis OKV-DV. In Maienfeld war man in dieser Beziehung bestens aufgehoben.

